Freitag, 20. November 2020

Rezension - Die Göttinnen von Otera. Golden wie Blut von Namina Forna

https://www.loewe-verlag.de/titel-0-0/die_goettinnen_von_otera_golden_wie_blut-9552/


Übersetzerin: Bea Reiter
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 512
ISBN: 978-3-
7432-0408-9
Preis: 19,95 €

Quelle des Covers: Loewe Verlag


Deka war schon immer eine Außenseiterin, nun, da ihr Blut golden ist, wird ihr klar, dass sie eine Alaki, ein Dämon, ist. Ihre einzige Möglichkeit besteht darin, ein Dekret des Kaisers von Otera zu erhalten, um am Leben zu bleiben. 
 
Deshalb schließt sie sich seiner Armee aus unsterblichen Alaki an und beginnt eine Ausbildung als Kriegerin. Dabei lernt Deka nicht nur zu kämpfen, sondern stellt die Gebote und ihr bisheriges Leben als Frau in Frage.


Da ein afrikanisches Setting eher selten in Büchern gewählt wird und mir dieses, gemixt mit Fantasyanteilen und gesellschaftspolitischen Themen, gefällt, war ich gespannt, wie mir der Reihenauftakt von Die Göttinnen von Otera. Golden wie Blut von Namina Forna (Loewe) zusagen würde. Das Cover und die im Innenteil enthaltene Karte des Landes konnten hier schon einmal bei mir punkten.
 
Mit dem Einstieg in die Geschichte lernte ich die 16-jährige Deka kennen, die bisher kein einfaches Leben hat, da sie eine andere Hautfarbe besitzt. Ihr Alltag ist von Angst und Abneigung geprägt, was sie zu einer Außenseiterin macht, die kaum bis keine Freunde ihr eigen nennen darf. Die Mutter starb, als sie noch klein war und so blieb nur ihr Vater, der ihr ein liebevolles Zuhause geschaffen hat und sie in vielen Dingen unterstützt. Als der Tag des Rituals der Reinheit gekommen ist, hofft Deka, dass sie endlich von den Dorfbewohnern akzeptiert und anerkannt wird. Dafür muss ihr Blut allerdings rot sein, denn nur dann ist sie rein und im Kreis der Menschen willkommen.

Doch es kommt anders als gedacht, denn ihr Blut ist leider golden, was nach den Grundsätzen der Dorfgemeinschaft bedeutet, dass Deka eine Alaki, ein Dämon, ist, die kein Anrecht auf Leben besitzt. Nach Tagen der Folter und anderen Gräueltaten, steht ihr eine fremde Frau gegenüber und bietet Deka einen Ausweg aus dieser Hölle auf Erden an. Das Angebot, sich als Kriegerin dem Kaiser von Otera zu verpflichten, klingt allemal besser, als das, was ihr sonst blühen würde. Deshalb geht Deka auf den Deal von Weißhand, so der Name der Frau, ein und tritt der neu gegründeten Armee bei. Ziel dieser Ansammlung von Alakis ist es, im
Krieg gegen die brutalen und blutrünstigen Todesrufer zu bestehen und diese ein für alle Mal zu vernichten. So reist Deka mit Weißhand in die Hauptstadt Hemaira, um hinter den Mauern der Kaserne von Warthu Bera mit ihrer Ausbildung zu beginnen. Dort lernt sie ihre Waffenschwestern Britta, Adwapa, Asha, Belcalis und Katya kennen.

Mit Deka wurde ich zunächst nicht warm, da ich nicht wirklich einen Zugang zu ihr fand und dass, obwohl ich ihr Verhalten und ihre Beweggründe durchaus nachvollziehen konnte. Dies änderte sich zum Glück im weiteren Verlauf der Story, denn sie beweist Stärke, Mut und Entschlossenheit und kämpft für das, was ihr wichtig ist. Sehr speziell und undurchsichtig fand ich Weißhand. Sie ist hinterlistig, eigen und fies zu den Rekrutinnen. Nichtsdestotrotz ist sie interessant und ich war sehr neugierig, was hinter ihren Taten und ihrem Verhalten stecken mochte.

Während ihrer Ausbildung zur Kriegerin lernt Deka nicht nur ihre außergewöhnlichen Kräfte besser kennen und zu beherrschen, sondern auch, was Freundschaft, Lebensfreude und Freiheit bedeuten. All diese Dinge, waren ihr bisher fremd und ich fand es schön, dies zu lesen. Dabei hatte es mir Britta, die zur besten Freundin von Deka wird, angetan. Mit ihrer liebenswerten und uneigennützigen Art, hatte sie mein Herz gleich erobert.
 
Die Zeit der Ausbildung empfand ich als etwas langatmig und ich hoffte, dass die Handlung etwas mehr Fahrt aufnehmen würde. Zwar gehen die Novizinnen in Gruppen immer wieder auf die Jagd nach Todesrufern und auch die Idee hinter dem Konflikt zwischen dem Kaiser von Otera und den Bestien gefiel mir, aber insgesamt fehlte es mir an Spannung und Nervenkitzel.
 
Die Gesellschaft dieser Welt wurde auf einer religiösen Basis errichtet, in der Frauen als gehorsame, unterwürfige Gehilfinnen den Männern dienen und alle Wünsche und Befehle befolgen müssen. Dabei haben sie keine Rechte und dürfen nur unbefleckt und rein den Bund der Ehe eingehen. Die Mädchen und Frauen sollen darüber hinaus sanftmütig und bescheiden sein. Diese Art der Diskriminierung und Erniedrigung des weiblichen Geschlechts machte mich wütend und leider gibt es diese Art des Denkens in unserer modernen Welt noch immer viel zu häufig. Diese Zweiklassengesellschaft hat die Autorin sehr detailreich und authentisch dargestellt.

Mit Beginn des Krieges nimmt die Story endlich Fahrt auf und a
ls Deka immer mehr Details herausfindet, müssen sie und ihre Freunde entscheiden, auf welcher Seite sie kämpfen wollen. Das Ende hat mich zwar ein wenig überrascht, aber es ließ mich das Buch auch zufrieden schließen. Denn alles ist schlüssig und für mich gut aufgelöst worden, weshalb ich die anderen beiden Bände nicht weiterlesen werde.



Die Göttinnen von Otera. Golden wie Blut (Loewe Verlag) von Namina Forna konnte mich zwar unterhalten und die behandelten Themen, wie Diskriminierung, Frauenfeindlichkeit und religiöser Wahn konnten durchaus bei mir Punkten, aber mir fehlte es etwas an Tempo innerhalb der Geschichte. Trotzdem vergebe ich gute 4 von 5 Nosinggläser für dieses Buch.



Reihe:

Band 1: Die Göttinnen von Otera. Golden wie Blut
Band 2: Die Göttinnen von Otera. Purpur wie Rache (ET: 2021)
Band 3: Die Göttinnen von Otera. Schwarz wie Tod (ET: 2022)



 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Kommentare:

  1. Hallo lieber Uwe,
    Afrika finde ich als Setting unglaublich spannend.
    Schade finde ich, dass die Autorin, was die Phase der Ausbildung angeht, nicht noch ein wenig mehr Konflikte und spannende Passagen mit in die Geschichte eingebaut hat.
    Das, was du über das Thema der Stellung der Frau in der Geschichte schreibst, klingt dahingegen thematisch sehr interessant.
    Da ich momentan versuche keine neuen Bücher bei mir einziehen zu lassen, werde ich vermutlich hier auch nicht schwach werden. Aber ... die Geschichte spricht mich irgendwie auch an ... Eine schöne Rezension von dir. Vielen Dank dafür :o)

    Ich wünsche dir einen ganz wundervollen Sonntag.

    Liebe Grüße
    Tanja :o)

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  2. Hallöchen Lieblings-Uwe, <3

    bei diesem Buch sind wir größtenteils einer Meinung. Ich war von den Phasen der Ausbildung eher gelangweilt und wie du weißt war Deka mir nicht gerade sympathisch. Genau wie du empfinde ich die Themen, die in diesem Buch behandelt werden, aber als super wichtig und auch interessant!

    Liebe Grüße
    Sandra

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