Sonntag, 7. Juli 2019

Rezension - Das weiße Herz von Lukas Hainer

Ausgabe: Hardcover
Seiten: 464
ISBN: 978-3-492-70473-1
Preis: 16,00 €

Quelle des Covers: Piper/IVI Verlag


Nachdem Anna, Nick und die anderen aus der Gefangenschaft des dunklen Herzens entkommen konnten, sind sie wieder zu Hause in ihren gewohnten Umgebungen. Aber die Anzeichen verdichten sich, dass auch das dunkle Herz einen Weg in die Realität gefunden hat, denn Nick sieht auf seinem Flug von Griechenland nach Deutschland immer wieder Sandverwehungen, die den Menschen um ihn herum nicht auffallen.

Auch Anna sieht und spürt, dass der Sand vorhanden ist und auch die Luft flirrt immer häufiger, sodass die Realität und die andere Seite sich vermischen. Die Wiedersehensfreude bei Nick und Anna ist groß und beide freuen sich auf die gemeinsame Zeit. Nun können die Planungen, wie sie den erneuten Kampf gegen das dunkle Herz angehen, beginnen.

Währenddessen brechen in der Türkei und in Spanien Unruhen aus und auch andernorts häufen sich die Meldungen über Gewalttaten. Als die beiden einen Hilferuf von Elif aus der Türkei erhalten, beschließen Anna und Nick sofort nach Istanbul zu fliegen, um ihrer Freundin zu helfen. Dort angekommen stolpern sie mitten hinein in die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Der Kampf gegen das dunkle Herz scheint aussichtslos, doch um es besiegen zu können, müssen Anna und ihre Freunde sich ihren größten Ängsten stellen, um dem Bösen Einhalt zu gebieten.


Mit dem ersten Band Das dunkle Herz (Piper/IVI) konnte mich Lukas Hainer bereits begeistern, weshalb meine Erwartungen an die Fortsetzung Das weiße Herz recht hoch waren. Die Story spielt dieses Mal mehr in unserer realen Welt, doch so ganz ist die Wüstenlandschaft nicht verschwunden. Anna und Nick haben noch immer mit den Nachwirkungen ihrer Flucht aus ihrem Gefängnis zu kämpfen. Auch die Gefahr, dass das dunkle Herz ihnen gefolgt sein könnte, bestätigt sich immer mehr und so müssen Anna und ihre Freunde ein weiteres Mal den Kampf gegen das Böse antreten. 

Die Handlung begann für mich etwas schleppend und auch die Spannung ließ zunächst auf sich warten. Diese bekam ich im weiteren Verlauf der Geschichte zwar, aber für mein Dafürhalten hätte es noch ein wenig mehr Nervenkitzel geben können. 

Nach ihrer Rückkehr, hatten Anna und Nick bisher nur über das Internet miteinander Kontakt, weshalb die beiden beschließen, dass Nick sie in Berlin besuchen kommt. Als das Flugzeug gelandet ist und Nick die Sicherheits-kontrolle passiert hat, ist die Wiedersehensfreude bei beiden sehr groß. Doch Nick hat die alte Frau, Fani, ebenfalls mitgebracht, was Anna nun in Bezug auf ihre Eltern in Erklärungsnot bringt. Kurzerhand wird die alte Frau zur Tante von Nick. Fani ist noch immer völlig apathisch und in sich gekehrt, sodass keine Besserung ihrer Situation eingetreten ist, was bei Annas Eltern weitere Fragen aufwirft. Äußerst misstraurisch beäugen sie Nick und Fani und nur die Trauer über den gemeinsamen Verlust eines Familienmitgliedes verbindet sie alle miteinander. Dieser Vertrauensvorschuss scheint aber alsbald aufgebraucht.

Auch der alte Mann, der ebenfalls von der anderen Seite mit in die Realität kam, versucht, die Kinder und Jugendlichen, die dort in Gefangenschaft waren, ausfindig zu machen, um den Kampf gegen das dunkle Herz aufnehmen zu können. Währenddessen erhalten Anna und Nick beunruhigende Nachrichten von Elif aus der Türkei. Ihre verschlüsselte Botschaft und die Kunde, dass Sinan verschwunden ist, lassen ihnen keine Ruhe, weshalb sie kurz entschlossen einen Flug nach Istanbul buchen. 

In einer Nacht und Nebelaktion gelingt es ihnen, den Flieger zu erreichen und unentdeckt am Zielort anzukommen. Per Taxi geht es zu den vermeintlichen Koordinaten, von wo Elif sie kontaktiert haben muss, doch von ihr fehlt jede Spur. Auf ihrer Suche nach Elif geraten sie mitten hinein in eine Demonstration von Kurden und der Polizei, die schnell außer Kontrolle gerät. Die Flucht aus dem Chaos gelingt ihnen nur mit Mühe und Not und dank einer schicksalshaften Begegnung finden sie schließlich Elif. Nur um kurze Zeit später wieder in eine gefährliche Situation zu geraten, die alles von ihnen abverlangen wird.

Eric, der noch schwer mit dem Erlebten aus der Wüste zu kämpfen hat, wird an seiner Schule von einem Schüler ständig terrorisiert, weshalb er sich in sein Schicksal ergeben hat und die Taten über sich ergehen lässt. Doch als er auf Peter trifft, scheint sich das Blatt zu wenden. Je mehr Zeit er mit Peter verbringt, wird dessen Einfluss auf Eric stetig größer und durch ein bestimmtes Ereignis muss Eric, letztlich die Flucht nach Dublin antreten, wo sich die beiden einer Hausbesetzergruppe anschließen.

Hilflos müssen Anna und Nick mit ansehen, wie das dunkle Herz immer mehr Macht erhält. Die Nachrichten sind voll von Auseinandersetzungen und brutaler Gewalt zwischen den Menschen und ihr Kampf scheint aussichtslos zu sein. Als Anna in einem ihrer Träume in der Wüste landet, wird ihr klar, dass die Lösung all ihrer Probleme in der anderen Realität liegt. Dabei kommt einer Person aus ihrer Gemeinschaft eine tragende Rolle zu, aber diese Person befindet sich in den Klauen des dunklen Herzens. Beiden ist klar, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als an den schrecklichsten Ort ihres Lebens, zurückzukehren.


Das weiße Herz (Piper/IVI) von Lukas Hainer ist anders als sein Vorgängerband, denn die Handlung spielt zunächst mehr in unserer Welt und ich hatte das Gefühl, dass sich dadurch die Geschichte für mich etwas schleppend gestaltete. Aber mit zunehmender Dauer und gerade durch die eingearbeiteten aktuellen Geschehnisse, wie die Lebensverhältnisse in der Türkei, den Hass und den Neid unter den Menschen, der leider wieder aufflammende Rechtsextremismus sowie auch meine Angst um Anna und Nick, fesselten mich an die Seiten. 

Dabei bieten die gewählten Themen jede Menge Raum zum Nachdenken und ich finde es gut und ebenso mutig, diese Art von Gesellschaftskritik in einem Jugendbuch zu verarbeiten. Deshalb vergebe ich sehr gute 4 von 5 Nosinggläser und empfehle die Dilogie gerne weiter.




Reihe:

Das dunkle Herz - Rezension 






 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Kommentare:

  1. Hallöchen Schnuffi, <3

    es freut mich sehr, dass der zweite Teil nach dem etwas schwächeren Beginn doch noch spannend und richtig gut wurde. Die Idee hinter der Geschichte finde ich echt faszinierend und das "Dunkle Herz" klingt sehr mysteriös und auch unheimlich.

    Drück dich, Küsschen,
    Ally

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    1. Hey Prinzessin <3,

      ich danke dir und die Grundidee hinter dieser Dilogie ist wirklich toll und mysteriös und unheimlich trifft es recht gut :)

      Drück dich, Küsschen,
      Uwe

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  2. Hey Lieblings-Uwe, <3

    es freut mich sehr, dass nach den anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Buch du doch noch sehr begeistert gewesen bist. So ist es immer doch am besten. Auch wenn ich deine Kritik was die Spannung angeht absolut nachvollziehen kann. Dies ist für mich auch immer ein sehr wichtiger Faktor.
    Die eingeschleusten Botschaften finde ich super wichtig!

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hey Lieblings-Sandra <3,

      ich danke dir und so ist das richtig toll, wenn die Geschichte einen, trotz anfänglicher Bedenken, dann doch noch begeistern kann :) Bezüglich der Kritik wäre es dir sicherlich ähnlich ergangen.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  3. Hallo lieber Uwe,
    ich habe den ersten Band ja nicht gelesen. Folglich konnte ich die alte Frau und den alten Mann jetzt auch nicht ganz so zuordnen. Aber du hast mir ja schon ein wenig von dem Buch erzählt. Ich finde es sehr interessant, dass in diesem Buch auch gesellschaftskritische Themen und aktuellen Geschehnisse aufgegriffen wurden. Ich freue mich auch, dass du trotz kleiner Schwierigkeiten am Anfang dann doch noch sehr gut reingekommen bist.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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  4. Hallo liebe Tanja,

    dass du die Frau und den Mann hier nicht zuordnen konntest, ist verständlich. Nichtsdestotrotz ist die Story richtig toll, gerade durch die eingebauten aktuellen Geschehnisse. Ich kann das Buch bzw. die Dilogie auf jeden Fall weiterempfehlen.

    Ganz liebe Grüße,
    Uwe

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