Sonntag, 13. Oktober 2019

Rezension - Eve of Man. Die letzte Frau von Giovanna & Tom Fletcher

https://www.dtv.de/buch/tom-fletcher-giovanna-fletcher-eve-of-man-i-64055/
Übersetzer: Friedrich Pflüger
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 448
ISBN: 978-3-423-64055-8
Preis: 18,95 €

Quelle des Covers: dtv Verlag



Eve ist die letzte Hoffnung auf den Fortbestand der Menschheit. So wächst sie, abgeschirmt von der Außenwelt, wohlbehütet auf und wird auf den entscheidenden Tag vorbereitet. Als dieser, mit nur 16 Jahren, endlich gekommen ist, wird Eve vor die Wahl gestellt, einen Mann aus drei Kandidaten auszuwählen. 

Eve ist sich dieser Verantwortung und der zugleich schweren Bürde sehr bewusst und erträgt diese ohne weiteres. Als Eve jedoch auf Bram trifft, bröckelt ihr Glaube an die Unternehmung und es zeigt sich, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Ihre Zweifel und ihre Gefühle werden zunehmend stärker und sie beginnt, das System und die AFM zu hinterfragen. Eve will selbst Entscheidungen über ihr künftiges Leben treffen, frei sein und ihr Glück finden, auch wenn dies bedeutet, vielleicht die Zukunft der Menschheit aufs Spiel zu setzen.


Die Geschichte rund um ein Mädchen, auf dessen Schultern die Zukunft der Menschheit liegt reizte mich, weshalb mir klar war, dass ich Eve of Man. Die letzte Frau von Giovanna und Tom Fletcher lesen musste. Da ich ein großer Fan von Dystopien bin, war ich auf die Umsetzung der Handlung gespannt. Die Story wird dabei abwechselnd aus der Sicht von Eve und Bram erzählt, was mir den Einstieg in das Buch erleichterte, da ich sofort in die jeweilige Gefühlswelt der Protagonisten eintauchen konnte.

Die Welt wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr, denn seit über 50 Jahren wurde kein Mädchen mehr geboren, weshalb die Menschheit kurz vor dem Untergang steht. Während dieser Zeit wurden Kriege geführt, die Erde immer weiter ausgebeutet, was verheerende Umweltkatastrophen zur Folge hatte. In einer Männer dominierenden Welt, ohne den Einfluss von Frauen, haben sie es fast erreicht, die Welt mit in den Abgrund zu reißen. So ist auch London von Meereswasser überflutet und die Bevölkerung kämpft täglich ums Überleben.

Als dann endlich ein Mädchen geboren wird, keimt Hoffnung auf, weshalb die Regierung beschloss eine wissenschaftliche Einrichtung, genannt der Turm, unter der Leitung der AFM, zu bauen. Beschützt von gezielt ausgewählten Soldaten, Technikern und Wissenschaftlern sowie älteren Frauen, soll das Mädchen aufgezogen werden, um so den Fortbestand der Menschen zu sichern.

Eve führt ein wohlbehütetes und schönes Leben in diesem Turm. Die älteren Frauen, genannt "Die Mütter", kümmern sich aufopferungsvoll um sie. Ihr ganzer Tagesverlauf ist minuziös durchgeplant und nichts wird dem Zufall überlassen. So stehen auch immer wieder Untersuchungen an, um den richtigen Zeitpunkt für eine Schwangerschaft nicht zu verpassen. Zwar weiß Eve, was mit ihren Eltern geschehen ist, trotzdem kennt sie nicht alle Hintergründe und auch nicht, wie es außerhalb ihres geschützten Bereichs aussieht. Eve ist glücklich und ist sich trotzdem ihrer Verantwortung gegenüber der Menschheit bewusst, weshalb sie bereitwillig alles tut, was ihr "die Mütter" oder die Leiterin des Projekts, Vivian, sagen. Ein weiterer Fixpunkt in Eve´s Leben ist ihre beste Freundin Holly. Gerade jetzt, wo das erste Treffen mit einem Kandidaten, kurz bevorsteht, gibt Eve die Freundschaft zu Holly, einen gewissen Halt.

Die Idee mit "den Müttern" und Holly gefiel mir richtig gut und zeigt, dass die Beweggründe der AFM zunächst dem Wohlergehen von Eve und der Menschen diente. Aber auch die Möglichkeit Macht ausüben zu können, wenn man ein Faustpfand für das Überleben einer Spezies in Händen hält, wurde meiner Meinung nach hier gut dargestellt. Dies spiegelt die Vorgehensweise von Vivian und Bram´s Vater sehr gut wieder. Vivian ist kaltherzig und tut alles, um das Projekt zu einem Erfolg zu führen. Sympathie für Vivian entstand bei mir nicht und ich konnte nicht nachvollziehen, wie sie zu so einem gefühlskalten Menschen werden konnte.

Dafür mochte ich Eve, da sie ihr Wohl für ein heroisches Ziel unterordnet. Trotzdem kam mir Eve zu Beginn etwas naiv vor, da sie gehorsam ist und alles tut, was von ihr verlangt wird, ohne dies zu hinterfragen. Durch gewisse Ereignisse verstärkt sich das Gefühl von Eve, weshalb sie beginnt, ihr Leben und das Vorgehen von Vivian immer mehr anzuzweifeln, weshalb sie schließlich beginnt sich zu widersetzen.

Bram ist einer der Soldaten, die Eve beschützen sollen. Er glaubt an das System und ordnet diesem alles unter. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist die Welt für die beiden allerdings nicht mehr dieselbe, denn auch Bram beginnt, das Ganze zu hinterfragen. Bram gefiel mir, obwohl er zu Beginn sehr auf Linie getrimmt war und gehorsam alle Befehle ausführt. Als jedoch seine Gefühle für Eve immer stärker werden, beginnt auch seine Loyalität gegenüber dem System immer mehr zu bröckeln. Bram ist ein starker Charakter, der niemals aufgibt, seinen Prinzipien treu bleibt und für diese einsteht. Trotzdem kam es mir so vor, dass ihm alles viel zu leicht von der Hand ging.

Auch die Menschen außerhalb des Turms kämpfen für die Freiheit von Eve, doch dieser gleicht einem Kampf gegen Windmühlen. Denn die AFM ist ein Gegner, der zu allem bereit ist und vor nichts zurückschreckt. Als sich eine kleine Gruppe von Gleichgesinnten zu einer Rebellengruppe formiert, müssen die Männer und Frauen ein verdammt hohes Risiko eingehen, um ihr Ziel zu erreichen.


Die Handlung von Eve of Man. Die letzte Frau (dtv Verlag) von Giovanna und Tom Fletcher ist lange Zeit von einer unterschwelligen Spannung geprägt, da man zusammen mit Eve und Bram nur Stück für Stück hinter die Geheimnisse der AFM gelangt. Erst als Bram, eher unfreiwillig, zu dem Rebellen stößt, nimmt das Ganze richtig Fahrt auf. Ich war neugierig, ob es Bram und den Rebellen gelingen würde, die Machenschaften dieser Gruppe aufzudecken und diese zu Fall zu bringen. Aber ich wollte ebenso wissen, ob Eve sich gegen ihre Bewacher zu Wehr setzen kann, was mich zusätzlich an die Seiten fesselte.

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, auch wenn sie mir an manchen Stellen, etwas schleppend vorkam. Das Ende hingegen konnte mich letztlich überzeugen und macht neugierig, wie es mit Eve, Bram, den Rebellen und der AFM weitergehen wird - 4 von 5 Nosinggläser.





Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Kommentare:

  1. Huhu Lieblings-Uwe, <3

    über dieses Buch haben wir uns ja bereits ein wenig unterhalten und ich finde die Idee immer noch sehr faszinierend, aber auch erschreckend.
    Toll finde ich, dass man nur nach und nach die Hintergründe hinter allem versteht. Das klingt nach einem guten Spannungsbogen.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hey Lieblings-Sandra <3,

      du hast es gut zusammengefasst. Die Idee und die Hintergründe hinter dem Ganzen sind wirklich toll zu lesen und ich bin sehr gespannt, wie alles enden wird. Leider müssen wir uns, was die Fortsetzung angeht, noch ein wenig gedulden.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  2. Hallöchen Schnuffi, <3

    ich gehe stark davon aus, dass es in Sachen Spannung in Band 2 so weiter gehen wird wie am Ende des Ersten. Bram und Eve mochte ich beide auch sehr gerne und fand ihre Entscheidungen und den ganzen weiteren Verlauf echt toll. Ebenso bin ich von der Idee immer noch total angetan. Ich hoffe, das Bram im Folgeband etwas mehr kämpfen muss bzw. im nicht so viel zufliegt.

    Drück dich, Küsschen,
    Ally

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    1. Hallöchen Prinzessin <3,

      ich hoffe auch, dass der Spannungsbogen im 2. Band noch weiter in die Höhe steigt. Was Bram und Eve angeht, sind wir uns ja einig und mir gefällt die Idee und das Setting auch sehr. Bezüglich Bram hoffe ich das auch.

      Drück dich, Küsschen,
      Uwe

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  3. Hallo lieber Uwe,

    irgendwie hatte ich gedacht, dass das Buch ein Einzelband ist, aber das scheint nicht der Fall zu sein. Ich finde die Grundstory auch faszinierend und kann mir vorstellen, dass Eve anfangs etwas naiv ist, wenn sie sehr behütet aufwächst. Ich habe das Buch noch vor mir und hoffe, mir gefällt es genauso gut wie dir.

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Hallo liebe Desi <3,

      davon bin ich zunächst auch ausgegangen, aber das Ende weist eindeutig auf einen Folgeband hin. Auch weil, die Story noch nicht auserzählt ist, was mich freut, denn die Geschichte ist schon faszinierend und spannend zu lesen. Ich bin neugierig, wie dir das Buch gefallen wird und halte mich gerne auf dem Laufenden.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  4. Hallöchen Uwe =)

    mir hat das Buch auch gefallen wie du weißt. Ich kann sowohl deine Begeisterung als auch deine Kritikpunkte gut nachvollziehen. Am Ende wird für mich recht deutlich, dass dies erst der Anfang war und das eigentliche Abenteuer jetzt erst beginnt =)

    LG
    Anja

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    1. Hallo Anja,

      schön, dass du meine Begeisterung und Kritikpunkte verstehst. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen und das Ende zeigt sehr deutlich, dass das Abenteuer erst beginnt :)

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  5. Huhu Uwe,

    schön, dass dich "Eve of Man - Die letzte Frau" auch überzeugen konnte. Mir hat die Geschichte ebenfalls gut gefallen. Deine Kritiküunkte kann ich absolut nachvollziehen, stellenweise entwickelt sich die Story wirklich etwas langsam. Nichtsdesatotrotz bin ich wohl genauso gespannt wie du, wie es mit Eve und Bram weiter geht!

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Instagram)

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    1. Hallo Lisa,

      schön, dass wir, was das Buch und die Geschichte angeht, einig sind :) Und gespannt bin ich auf jeden Fall, nur leider müssen wir wohl auf die Fortsetzung noch eine ganze Weile warten.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  6. Hallo lieber Uwe,
    ich bin mir sehr unschlüssig, was das Buch angeht. Einerseits lese ich auch sehr gerne Dystopien. Auch interessiert mich der Charakter Bram sehr. Die Sache mit den etwas schleppend verlaufenden Szenen würde mich vermutlich auch stören.

    Auf jeden Fall eine sehr interessante Rezension, die mir das Buch um einiges näher gebracht hat. Vielen Dank dafür <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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