Sonntag, 3. November 2019

Rezension - Project Jane. Ein Wort verändert die Welt von Lynette Noni

Übersetzer: Fabienne Pfeiffer
Ausgabe: Klappenbroschur
Seiten: 352
ISBN: 978-3-8415-0597-2
Preis: 14,00 €

Quelle des Covers: Oetinger Verlag



Eine junge Frau, genannt Jane Doe, ist seit 2 Jahren in der geheimen Forschungsanstalt Lengard untergebracht. Sie selbst hält sich für gefährlich, weshalb sie niemals spricht. Ihr Alltag verläuft stets nach dem gleichen Schema ab und die dortigen Wissenschaftler versuchen Jane Tag ein, Tag aus, mit verschiedenen Methoden ein Wort zu entlocken.

Doch erst als Jane auf den geheimnisvollen Landon Ward trifft, kann dieser ihr Vertrauen gewinnen, weshalb sich Jane ihm gegenüber langsam öffnet. Je mehr Zeit sie mit Landon verbringt, desto mehr beginnt ihr Schutzwall Risse zu bekommen. 

Als ihr in einer brenzligen Situation ein Wort über die Lippen kommt, nimmt ihr Schicksal eine fatale Wendung. Jane erkennt bald, dass ihre Fähigkeiten missbraucht werden sollen, weshalb sie sich entscheiden muss, ob sie ihr Schweigen bricht und die Macht der Worte für ihr Überleben nutzt.


Die Idee hinter der Geschichte zu Project Jane. Ein Wort verändert die Welt von Lynette Noni und die Tatsache, dass das was der Untertitel bereits aussagt, reizte mich. Auch der Klappentext gibt vom Inhalt des Buches wenig preis, weshalb ich neugierig mit dem Lesen begann.

Geschrieben aus der Sicht von Jane Doe bekommt der Leser den Alltag und die vielen Behandlungsmethoden der Ärzte und Wissenschaftler der Forschungseinrichtung Lengard hautnah mit. Diese versuchen auf verschiedenen Wegen, mal sanft, mal brutal ihrer Patientin ein Wort zu entlocken. Die Unterbringung, das Essen und auch die Kleidung sind spartanisch, eintönig und Menschenunwürdig, doch Jane nimmt dies alles als gegeben hin und spricht kein einziges Wort. Den Einstieg in die Story empfand ich als etwas behäbig und es passierte zunächst nicht wirklich etwas Spannendes. So fragte ich mich, wohin das Ganze führen sollte.

Auch wenn sich Jane dieses Leben mehr oder weniger selbst auferlegt hat, machte mich dieser Umstand traurig und zugleich wütend. Ich konnte mir nicht vorstellen, weshalb sie dies tat, da man nur vage Andeutungen für den Grund ihrer Selbsteinweisung erhält. Dieser Umstand, dass man kaum etwas aus ihrer Vergangenheit erfuhr, trieb mich an weiterzulesen und ich hoffte, sie dadurch vielleicht etwas besser kennenzulernen und zu erfahren, was hinter allem steckt. Trotz dieser wenigen Informationen, mochte ich Jane und ich fragte mich, wie lange sie schweigen würde. Jane ist taff, willensstark und selbstbewusst. Sie weiß, dass ein Wort aus ihrem Mund verheerende Auswirkungen auf ihr Umfeld haben kann, weshalb sie sich für ein Monster hält, was weggesperrt werden muss. Für diese sehr große Selbstbeherrschung bewunderte ich sie.

Aber genau diese Selbstbeherrschung bringt die Ärzte an den Rand der Verzweiflung, weshalb der Forschungsleiter zu einem letzten Mittel greift. Jane wird dem jungen Psychologen Landon Ward unterstellt und dieser soll versuchen, doch noch das Unmögliche möglich zu machen. Und auch wenn sich Jane zunächst über die außergewöhnliche Methode, die Landon anwendet, wundert, spürt sie unterschwellig, wie ihr Widerstand ganz langsam bröckelt.

Aus Landon wurde ich zunächst nicht so ganz schlau und hier erging es mir wie Jane. Ich fragte mich, was er mit dieser Form der Therapie bezwecken wollte, aber genau diese Art bringt Jane dazu, ihm zu vertrauen. Landon ist charismatisch, charmant, aufmerksam und gibt Jane, dass, was ihr bisher gefehlt hat - Verständnis. 

Als in einer bestimmten Situation Jane doch ein Wort über die Lippen kommt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die Auswirkung dieses EINEN WORTES ist so massiv, dass Jane in Panik gerät. In ihrem Kopf überschlagen sich die Ereignisse aus ihrer Vergangenheit mit dem aktuellen Geschehen und lassen sie nicht mehr zu atmen kommen. 

Völlig gefesselt von dieser Entwicklung und den wiederkehrenden Gefühlen in Jane fieberte ich mit ihr mit. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Handlung noch ein wenig mehr Fahrt auf und dank einiger Wendungen weiß der Leser zu keinem Zeitpunkt, wem er Glauben und Vertrauen soll. Auch Jane zweifelt, wer die Wahrheit sagt und so muss sie sich entscheiden, ob sie ihr Schweigen in Gänze bricht und die "Macht der Worte" für ihr Überleben nutzt.

Diese Art der Macht erinnerte mich ein wenig an die Mutanten aus den X-Men Filmen, welche ich sehr mag. Diese Tatsache und auch Jane, mit ihrem unbändigen Willen, bereiteten mir tolle und spannende Lesestunden und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.


Lynette Noni ist mit Project Jane. Ein Wort verändert die Welt (Oetinger Verlag) eine äußerst interessante Geschichte rund um die Macht des gesprochenen Wortes gelungen. In unserer heutigen, hoch technologisierten Welt, wo vieles über E-Mails, Chats und Co., kommuniziert wird, verlieren wir Menschen immer mehr das Sprechen mit unserem Gegenüber aus den Augen.

Einen Punktabzug brachten der etwas langatmige Beginn und die Tatsache, dass auf den ersten knapp 100 Seiten wenig geschieht. Jedoch konnten mich der Ideenreichtum der Autorin, die fesselnde Handlung und eine starke Protagonistin begeistern und bei mir punkten, weshalb ich letztlich knappe 4 von 5 Nosinggläser vergeben habe.




Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Kommentare:

  1. Hallöchen Schnuffi, <3

    wie schade, dass die Geschichte erst so ruhig und unspektakulär ist. Zum Glück werden wir Leser dann ja entschädigt. Denn dass, was du dann schreibst, hört sich richtig genial an! Die "Wort-Thematik" hat mich an dem Buch ja auch extrem gereizt bzw. tut es natürlich noch. Ich freue mich definitiv auf´s Lesen.

    Drück dich, Küsschen,
    Ally

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  2. Hey Lieblings-Uwe, <3

    ich finde es sehr treffend was du in deinem Fazit zu unserem Handy und Internet Verhalten schreibst. Ich selbst merke es bei mir in dem Sinne, dass ich in freien Minuten automatisch zu meinem Handy greife um die Wartezeit z.B. zu überbrücken. Die Zeit könnte man auch sinnvoller nutzen. ;-)
    Schön das dir das Buch aber alles in allem ganz gut gefallen hat.

    Liebe Grüße
    Sandra

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  3. Hey Uwe,

    ich bin jetzt gerade hin und her gerissen. Das Buch klingt echt gut, aber wenn es so langatmig startet... Puh. :D

    Hab einen tollen Abend. :)

    Ganz lieben Gruß
    Steffi
    angeltearz liest

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  4. Hallo Uwe,

    der Klappentext spricht mich an sich sehr an, aber irgendwie fehlt mir etwas individuelles, sodass ich es unbedingt lesen muss. Die fesselnde Handlung und die starke Protagonistin hören sich aber auf jeden Fall super an. :)
    Dir wünsche ich noch ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Emily

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  5. Hallo lieber Uwe,
    über das Buch haben wir ja schon ein wenig gesprochen. Ich finde es etwas schade, dass der Anfang stellenweise ein wenig langatmig gewirkt hat. Dennoch hast du mich mit deiner Rezension neugierig gemacht. Mich würde sehr interessieren, wie die Autorin die Antwort auf die Frage nach persönliche Nähe in einer Welt, in er man fast nur noch über Chat, Email & Co. kommuniziert, umgesetzt hat.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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Ich danke dir für deinen Besuch und würde mich über einen Kommentar freuen.


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