Dienstag, 14. September 2021

Rezension - Seeing what you see, feeling what you feel von Naomi Gibson

https://www.thienemann-esslinger.de/produkt/seeing-what-you-see-feeling-what-you-feel-isbn-978-3-522-50705-9


Übersetzerin: Ulrike Köbele
Ausgabe: Klappenbroschur
Seiten: 336
ISBN: 978-3-
522-50705-9
Preis: 17,00 €

Quelle des Covers: Planet!


Lydia hat seit Jahren an einer eigenen KI gearbeitet, nachdem ihr kleiner Bruder starb, was ihr des Nachts Albträume beschert. Ihr Vater hat die Familie verlassen und ihre beste Freundin wurde zu ihrer schlimmsten Feindin. 
 
Mit Henry, so der Name der KI, ist ihr ein intelligenter, liebevoller und starker Freund gelungen, der auf einem Chip gespeichert ist, welcher für sie immer und überall verfügbar ist. Doch was geschieht, wenn die KI einen eigenen Willen entwickelt? Kann Lydia ihn aufhalten und was ist sie bereit zu tun, um ihn zu stoppen?

 
Seeing what you see, feeling what you feel von Naomi Gibson (Planet!) hat mich sehr angesprochen, da ich die gewählte Thematik äußerst spannend finde.

Protagonistin Lydia plagen nach einem Verkehrsunfall, bei dem ihr kleiner Bruder Henry starb, noch immer Gewissensbisse, Schuldgefühle und Albträume. Neben dem Verlust von Henry, ging auch die Ehe ihrer Eltern in die Brüche und der Vater verließ die Familie. Ihre Mutter hat mit ihren eigenen inneren Dämonen zu kämpfen und kommt ihren Pflichten als verbliebenes Elternteil nicht wirklich nach. Lydias Gefühlswelt konnte ich sehr gut nachvollziehen und auch den Wunsch ihren Bruder zurückzubekommen. Sie sehnt sich nach Zuneigung, Liebe und Geborgenheit und sie wünscht sich nichts mehr, als jemanden an ihrer Seite, der ihr gut zuredet und sie hält. Denn durch den Autounfall ging auch die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Emma kaputt. 

Da Lydia schon immer ein Talent im Umgang mit Computern und deren Programmierung hatte, reifte in ihr der Plan, den perfekten Freund für sich zu schreiben. Begonnen hatte sie diese Aufgabe eigentlich noch mit ihrem Vater, doch da dieser weg ist, kostete sie dies mehrere Jahre bis die KI das Licht der Welt erblickte. Um die Leistungsfähigkeiten des Programms zu testen, führt Lydia immer wieder kleinere Hacks durch, die allesamt erfolgreich sind.

Henry, so der Name, der von Lydia kreierten künstlichen Intelligenz, wird zum Anker in ihrer Welt und durch ihre Verbindung ergeben sich für beide neue Möglichkeiten. Denn Henry wurde nicht nur sehr gut implementiert, nein, er entwickelt sich unaufhaltsam weiter und hat ein eigenes Bewusstsein geschaffen. So tut er alles, um mehr am Leben von Lydia teilzunehmen, weshalb er seinen Code immer weiter verfeinert, bis dieser schließlich auf einen kleinen Mikrochip passt. Neugierig, aber auch etwas ängstlich nimmt Lydia das Angebot an, Henry fortan unter der Haut zu tragen. Beide haben eine tief verbundene Freundschaft, die in Henry immer mehr Gefühle, wie Hilfsbereitschaft, Loyalität, aber auch Wut und Angst hervor bringt. Henry ist faszinierend, in Kombination mit Lydia fast unschlagbar, und zugleich weckt er bei den Leser*innen ein ungutes Gefühl, ob seiner großen Macht, die er besitzt.

Als eines Morgens Agent Hall an der Schule einen Vortrag über das Hacken und Cyberkriminalität hält, ahnt Lydia noch nicht, wie stark die Bedrohung tatsächlich ist. Lydia muss sich entscheiden, ob sie Henry weiter unterstützt und ihn gewähren lässt oder ob sie bereit ist, ihn zu stoppen. 

Ab dem Punkt, als Henry im Körper von Lydia steckt, wurde die Geschichte immer spannender, denn längst ist eine mehr als mysteriöse Gruppierung auf Lydia und Henry aufmerksam geworden. Henry geht immer mehr Risiken ein, testet seine Möglichkeiten aus, denn er verfolgt einen ganz eigenen Plan, der mir Gänsehaut bescherte.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und durch die nicht ganz so langen Kapitel liest sich das Buch recht zügig. Darüber hinaus versprüht die Handlung eine permanente Grundspannung, da man unbedingt erfahren möchte, was es mit Henry und Lydia auf sich hat. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Autorin sich innerhalb der Geschichte verliert, da sie zu diesem, doch recht umfangreichen Gebiet der künstlichen Intelligenz, sehr gut recherchiert hat. Dabei verschwimmt die Grenze zwischen unserem Leben und die der KI Zusehens.


Mit Seeing what you see, feeling what you feel (Planet!) ist Naomi Gibson (Planet!) ein sehr guter Debütroman gelungen. Die Autorin schafft es ihre Leser*innen sofort für sich einzunehmen und aufgrund des spannenden Plots, will man immer weiterlesen. Dabei werden die Themen künstliche Intelligenz, deren Möglichkeiten, aber auch die damit einhergehenden Gefahren, sehr gut innerhalb der Beziehung von Lydia und Henry, dargestellt. 
 
Die Geschichte konnte mich begeistern, da sie einfühlsam geschrieben ist und darüber hinaus zum nachdenken, spekulieren und diskutieren anregt - 5 von 5 Nosinggläser.



 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

2 Kommentare:

  1. Hallo lieber Uwe,
    wir haben das Buch ja zusammengelesen und konnten uns daher sehr gut über einzelne Szenen austauschen. Das war sehr spannend und hat unglaublich viel Spaß gemacht. Ich bin, wie du ja weißt, absolut deiner Meinung, was das Buch anbelangt. Für mich hat es starke Tendenz zum Jahreshighlight. Da stimmte für mich einfach alles.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Hallo liebe Tanja,

      nochmals vielen Dank für das gemeinsame Lesen des Buches. Es hat mir richtig viel Spaß gemacht, dies mit dir zu tun. Was die Story angeht, sind wir auch einer Meinung.

      Ganz liebe Grüße,
      Uwe

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