Dienstag, 18. August 2015

Rezension - Maggie und die Stadt der Diebe von Patrick Hertweck


Titel: Maggie und die Stadt der Diebe
Autor: Patrick Hertweck
Verlag: Thienemann-Esslinger
Ausgabe: Gebunden
ISBN: 978-3-522-18403-8
Seite: 304
Preis: 14,99 €
Quelle des Covers: Thienemann-Esslinger Verlag





Die Geschichte spielt in New York genauer gesagt in den Slums von Lower Manhattan im Jahr 1870. Die Waise Maggie (13) irrt durch diese kalten und dunklen Gassen, auf der Flucht vor ihren Entführern. Unerwartete Hilfe bekommt sie durch eine Bande von jungen Dieben, die ihr Unterschlupf gewährt. Ohne Erinnerung an ihre Vergangenheit fühlt sich Maggie alleine und hilflos. Die junge Bande nimmt sie ohne Vorbehalte auf und schon bald ist sie Teil dieser Gruppe. Bei einer gemeinsamen Diebestour sieht Maggie einen alten Kirchturm und dieser weckt schlimme Erinnerungen in ihr. Sie muss sich ihrer Vergangenheit stellen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Damit ihr dieses Unterfangen gelingt, kann ihr aber nur einer helfen - der Herrscher der Unterwelt von New York.


Die Geschichte hält sich nicht mit langen Vorstellungen oder Erklärungen auf, sondern wir flüchten gemeinsam mit Maggie durch die dreckigen, dunklen Gassen der Slums von Lower Manhattan. Vorbei an Bettlern und finsteren Gestalten. Ich mag es sehr gerne, wenn sich eine Geschichte nicht mit langen Vorreden aufhält, sondern wir gemeinsam mit dem Protagonisten die Geschichte erleben. Mit dem Einstieg und dem sehr bildlichen Schreibstil hatte mich Patrick Hertweck somit gleich gefangen genommen.

Als Maggie kurz verschnauft, wird sie von ihren Verfolgern entdeckt und so flieht sie schnell weiter. Doch die Wyos, die führende Bande in Lower Manhattan, können sie in einer Gasse stellen. Unerschrocken trickst sie die 3 Männer aus und flieht vor ihnen. Da stellt sich ein weiterer Mann ihr in den Weg und verspricht ihr, sie in Sicherheit zu bringen und erklärt ihr einen Fluchtweg. Maggie ist kalt, sie ist erschöpft und hungrig und so beschließt sie, der Wegbeschreibung zum "Gates of Hell" zu folgen. Dort angekommen, trifft sie auf eine Bande junger Diebe, die sie aufnehmen und verstecken. Die jungen Diebe nennen sich "40 Little Thieves" und bestehen aus Tom, Coffee, Bismarck und Silence. Beschützt werden sie von einem Zwerg namens Goblin. Die drei Jungs sowie das Mädel Silence mochte ich sofort. Ihr Fagin, Goblin, ist ein mürrischer und undurchsichtiger Typ, der dem Alkohol nicht abgeneigt ist. Ihn mochte ich zu Beginn der Geschichte nicht so, dies änderte sich aber im weiteren Verlauf, denn er hat eine schwere Schuld aus seiner Vergangenheit auf sich geladen und diese schleppt er mit sich herum.

Bei einer Unterhaltung unter den Jugendlichen erfahren wir die traurige Geschichte von Maggie. Sie wurde mit 3 Jahren auf einer Treppe vor einem Waisenhauses abgelegt und wächst dort heran. Wer ihre Eltern sind und warum sie eine Waise ist, weiß sie nicht. Maggie hatte ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist taff, trickreich und eine Kämpferin mit Herz. 

Da ihre Verfolger sie immer noch suchen, bleibt sie bei den 40 Little Thieves und fühlt sich dort nach kurzer Zeit sehr wohl und geht mit Ihnen gemeinsam auf Diebestouren. Bei einem schiefgegangen Raub mit Sheppard, werden Maggie und Tom von den anderen getrennt. Auf der Flucht vor der Polizei hilft ihnen ein mysteriöser Mann und sperrt sie in eine Lagerhalle ein. Auf der Suche nach einem Ausgang, stoßen die beiden auf allerhand merkwürdige Dinge. Das Ganze wirkt fast wie ein Gruselkabinett. Als sie in einer Truhe auf ein Foto mit drei Männern bei einem Zirkus stoßen, erkennen sie ihren Fagin, Goblin wieder. Was hat Goblin mit diesem Männern zu tun und vor allem mit einem Zirkus.

Um ihre Identität und Herkunft klären zu können, muss Maggie dem Anführer der Wyos entgegentreten und so marschieren Tom und sie nach Satan´s Circus. Wird Maggie die Wahrheit über sich und ihre Familie herausfinden?


"Es war geradezu unheimlich, wie der Gnom die brennenden Verletzungen in Ihr aufspürte und darin herumstocherte."
Seite 48


Mit "Maggie und die Stadt der Diebe" ist Patrick Hertweck eine tolle Geschichte gelungen, die mich zwar ein klein wenig an "Oliver Twist" erinnert hat und doch ist diese Geschichte eine ganz andere. Patrick Hertweck hat einen sehr tollen und bildlichen Schreibstil, der mich schon nach den ersten Seiten in die Welt von Lower Manhatten und ins Jahr 1870 entführt hat. Es hat mich regelrecht gefangen genommen und so versuchte ich gemeinsam mit Maggie und den 40 Little Thieves hinter die Geheimnisse der Geschichte zu kommen.

In dieser Geschichte ist so viel enthalten, wie zum Beispiel Schmerz, Angst, Verlust, Freundschaft, aber auch Verrat, Habgier und Hass, um nur einige zu nennen. Einfach toll zu lesen und ein wirklich gelungenes Debüt! Gerne mehr davon, lieber Patrick.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich vergebe daher 4 Nosinggläser.



Über den Autor:

Patrick Hertweck wurde im Jahr 1972 geboren, bereiste nach dem Abitur mit dem Fahrrad viele Gegenden Europas, arbeitete danach über Jahre im Management eines Medienunternehmens und beschloss irgendwann, seine heimliche Passion zum Beruf zu machen. Seither lebt und arbeitet der Vater von drei Söhnen als freier Schriftsteller in Freiburg im Breisgau.

Kommentare:

  1. Huhu Uwe,
    das Buch sieht man ja überall und deine Rezension macht mich noch neugieriger. xD Das Buch wandert nun ganz nach oben auf meine Wunschliste. *-*
    Liebe Grüße
    Mandy

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    1. Hi Mandy,

      ja da hast du recht. Das Buch ist wirklich überall auf unseren Blogs zu sehen und ich kann es wirklich nur empfehlen. Es wird dir gefallen, da bin ich mir sicher :)

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  2. Huhu lieber Uwe,

    vielen Dank für deine Rezi. Denn sie überzeugt mich nur noch mehr das Buch zu lesen! Da ich sehr gerne ab und zu mal Kinder-/Jugendbücher lese, bin ich mir irgendwie schon sicher, dass mir das Buch gefallen wird.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo liebste Sandra <3,

      das freut mich sehr und es ist absolut ein Buch für dich. Als ich damit begonnen habe zu lesen, musste ich sofort an dich denken und wollte es dir auch schon schreiben, aber es ist mir im Alltag unter gegangen :(

      Ich freue mich auf deine Meinung und drück dich :*

      Liebste Grüße,
      Uwe

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  3. Hallo Uwe,

    schön, dass es dir auch gefallen hat! Ich habe schön öfter gelesen, dass es an Oliver Twist erinnert, allerdings muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich mit diesem jungen Herrn nicht vertraut bin :-D

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      auch wenn du das Buch oder den Film von Oliver Twist nicht gelesen/gesehen hast, ist die Geschichte schon recht ähnlich. Es macht Spaß "Maggie" zu lesen und vielleicht probierst du es mal.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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