Donnerstag, 30. März 2017

Rezension - Daniel is Different von Wesley King


Titel: Daniel is different
Autor: Wesley King
Übersetzerin: Claudia Max
Verlag: Magellan
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 302
ISBN: 978-3-734-84710-3
Preis: 17,00 €

Quelle des Covers: Magellan Verlag



Der größte Wunsch des 13-jährigen Daniel ist es, normal zu sein. Deshalb ist seine Maxime "bloß nicht auffallen". Denn was keiner weiß ist, dass Daniel komische Angewohnheiten hat. So muss er Abends bevor er ins Bett geht bestimmte "Rituale" einhalten, sonst geschieht etwas Schlimmes mit ihm. Niemand ahnt etwas von seinen Zwangsstörungen, aber genau diese sind es, die Daniel so besonders machen. So verheimlicht er diese Ticks nicht nur seiner Familie, sondern auch gegenüber seinem besten Freund Max und seiner heimlichen Liebe Raya. 

Als er eine seltsame Nachricht erhält, worin er als Sternenkind bezeichnet wird, gerät sein, nach eigenen Maßstäben "geordnetes" Leben mehr und mehr aus den Fugen. Nun kann er sich nicht mehr verstecken und gerät mitten hinein in eine kriminalistische Jagd. 


Wesley King beschreibt in Daniel is Different sehr eindrucksvoll und bildlich, was es heißt mit Zwangsstörungen leben zu müssen. Egal ob ein Mensch unter einem Waschzwang leidet, Angst vor Berührungen oder bestimmte Ticks hat oder einhalten muss. In Daniels Fall sind diese z. B. unter anderem fünf Mal den Lichtschalter an und aus zu machen, in einer genau festgelegten Anzahl von Schritten einen Weg zu beschreiten und vieles mehr. 

Dieses nennt Daniel sein Programm, welches er Abends vor dem Schlafen gehen einfach machen muss. Sollte er dieses nicht tun, ist er der Meinung, dass mit ihm etwas sehr Schlimmes passiert. Noch schwieriger wird es, wenn dieses Programm nicht klappt, also es sich, z. B. beim An- und Ausschalten des Lichtschalters nicht richtig anfühlt. Erst nach einer gewissen Anzahl, wie etwa fünfzig Mal den Schalter ein-/auszuschalten, fühlt es sich gut an. Die dabei einhergehenden Gefühle und Ängste hat der Autor bei diesen "Ticks" besonders gut beschrieben.

Daniel ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Junge. Er geht zur Schule, spielt mässig erfolgreich Football und unternimmt mit seinem besten Freund Max viele Dinge. Auch in der Schule ist er recht gut, bis auf Mathematik, da steht er mit seinen Zwangsstörungen und den Zahlen auf Kriegsfuß. Ich mochte Daniel sofort und als so langsam die ersten Zaps, so bezeichnet er seine Anfälle, begannen, tat er mir einfach nur noch leid und ich fühlte mit ihm. Einzig das Schreiben hilft ihm, diese Zaps zu lindern. So lesen wir eine Geschichte in der Geschichte, worin Daniel ein Held ist. Die Idee dahinter hat mir sehr gut gefallen.

Sehr eindrucksvoll beschreibt Wesley King in diesem Jugendbuch, dass es wichtig ist, sich helfen zu lassen, in dem man sich Freunden oder auch der Familie anvertraut. Denn dieses Versteckspielen und Verbergen der Störungen helfen dem Betreffenden nicht wirklich, ganz im Gegenteil. Im schlimmsten Fall kapselt sich der Betroffene völlig ab und versinkt in Depressionen, die häufig nur einen bestimmten Ausweg haben. Dieses Thema findet in unserer Gesellschaft leider kaum bis kein Gehör und die Dunkelziffer der Betroffenen wird sicherlich sehr hoch sein.

Der Schreibstil in Daniel is Different ist dabei sehr humorvoll gehalten und der Autor geht mit dieser Thematik sehr gefühlvoll um, spricht er doch aus eigener Erfahrung.

Neben Daniel, ist die zweite Protagonistin ein Mädchen mit Namen Sara, dass ebenfalls unter Zwangsstörungen leidet. Sie spricht mit niemandem und hat deshalb eine Betreuerin an ihrer Seite, die ihr im Alltag hilft, obwohl dies gar nicht nötig wäre, denn Sara ist ausgesprochen klug und kann sehr wohl sprechen, sieht hierzu aber keine Notwendigkeit. Als Sara ausgerechnet Daniel auf dem Flur der Schule anspricht, ändern sich ihrer beider Leben zusehens. 

Sara ist ein toller Charakter. Zum einen ist sie, wie bereits erwähnt, sehr klug und für ihr Alter recht weit und doch ist sie sehr verletzlich, wütend und oft nur schwer einzuschätzen. Dabei hat mir der Zusammenhalt und die sich anbahnende Freundschaft zwischen Sara und Daniel gut gefallen. Was gerade das Ende noch einmal eindrucksvoll unter Beweis stellt.


Trotz dieses sehr ernsten und zum Teil traurigen Themas, ist Daniel is Different ein wunderbares Jugendbuch, welches man gelesen haben sollte. Einfühlsam und bildlich beschreibt Wesley King, was es bedeutet mit solchen Zwängen leben zu müssen. 

Aber er zeigt auch, wie die Betroffenen damit umgehen sollten. Dabei ist es wichtig, offen mit diesen Problemen umzugehen und sich jemandem, z. B. den Eltern, anzuvertrauen. Denn nur gemeinsam kann man dieses in den Griff bekommen - 4 von 5 Nosinggläser.

Kommentare:

  1. Hallo Uwe,
    eine gelungene Rezension.
    Ich kenne mich ein bisschen mit psychischen Krankheiten aus (familienbedingt) und weiß, was für ein Arschloch so eine Krankheit sein kann. Umso schöner, dass das Buch humorvoll geschrieben ist. Ich werd es mir mal im Hinterkopf behalten.
    Das Cover ist übrigens total der Hammer (und für jemanden mit Zählzwang wahrscheinlich der Horror).
    Grüße
    Daniela

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    1. Hallo Daniela,

      danke und das freut mich, dass dir meine Rezi gefällt. Deine Aussage bzgl. einer Krankheit kann ich nur unterschreiben und das Cover ist echt nichts für Leute mit einem Zählzwang.

      Bin gespannt, ob du es lesen wirst und würde mich über ein Feedback freuen.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  2. Huhu Schnuffi, <3

    ich finde es sehr gut, dass Zwangsstörungen immer öfter in Büchern thematisiert werden. Gerade wenn man selbst nicht darunter leidet, ist es gut, auf diese Weise damit konfrontiert zu werden und sich somit auch damit zu befassen. Ich freue mich auch schon sehr auf das Buch, da es mir sicher sehr gefallen wird.

    Drück dich, Küsschen,
    Ally

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    1. Hallo Prinzessin <3,

      genau das hat mich unter anderem auch so an diesem Buch gereizt und vielleicht hilft es Betroffenen ein wenig. Freue mich auf deine Meinung, bin mir aber sicher, dass es dir gefallen wird.

      Drück dich, Küsschen,
      Uwe

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  3. Hallo Uwe,
    diese Geschichte klingt so gut. Was mir sehr gefällt ist, dass man als Leser die Botschaft mit auf den Weg bekommt, sich im Falle solch einer Zwangsstörung Hilfe zu suchen. Auch gefällt mir sehr, dass dieses Thema mit einer Prise Humor aufgelockert wird.

    Eine sehr schöne Rezension. Vielen Dank dafür :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hallo Tanja,

      ich danke dir und ohne Humor würde man diese Thematik glaube ich gar nicht gut lesen können. Gerade bei solchen schwierigen Themen in Jugendbüchern sollte eine Botschaft erkennbar und gut verpackt sein.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  4. Hallo Uwe,
    die Botschaft des Autors, sich seinen Freunden und Familie anzuvertrauen hat mir auch sehr gefallen. Ich finde Bücher, in denen psychische Erkrankungen dem Leser näher gebracht werden ohne zu sehr ins negative zu driften sehr wichtig. Hier hat der Autor es super geschafft.
    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hallo Tanja,

      gerade das hat mir auch sehr gut gefallen, weil es Betrofenen Mut macht und Menschen, die diese Störungen nicht haben, gut vor Augen geführt wird. Er weiß ja leider auch, von was er schreibt.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  5. Huhu mein Lieblings-Uwe (noch mal ;))

    eine sehr schöne und eindrucksvolle Rezi hast du da geschrieben und du hast mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht. Ich finde es echt großartig, dass auch solche ernsteren Themen, wie bei diesem Buch, Zwangsstörungen mit aufgegriffen werden. ich hatte erst letztes Wochenende ein Buch über eine Amnesie leidene junge Frau gelesen, sehr eindrucksvoll. Schön, dass dir dieses Buch so gut gefallen hat :)

    Liebe Grüße,
    deine Caterina

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    1. Hallo Lieblings-Caterina <3,

      danke und das freut mich. Dass die Botschaft hier gut rübergebracht wurde und das in einem Jugendbuch finde ich toll. Wirst du es lesen oder vielleicht bereits auf der WuLi stehen?

      Das ist auch kein leichtes Thema, aber schön, dass es dir gefallen hat.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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