Sonntag, 21. Mai 2017

Rezension - Christine Bernard (3) - Der unsichtbare Feind von Michael E. Vieten


Titel: Christine Bernard - Der unsichtbare Feind
Verlag: Acabus
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 300
ISBN: 978-3-862-82453-3
Preis: 13,00 €

Quelle des Covers: Acabus Verlag




Christine Bernard und Tanja Rieger unterstützen ihre Kollegen vom Drogendezernat bei einer Festnahme von Jugendlichen, die auf einem Supermarktparkplatz dealen. Eigentlich kleine Fische und man könnte meinen, dass dies reine Routine ist. Doch der Einsatz geht schief und die Täter können in verschiedene Richtungen fliehen. Christine Bernard nimmt die Verfolgung von zwei Verdächtigen auf, wobei es hier zu einem Verkehrsunfall kommt und eine der Personen später im Krankenhaus den Verletzungen erliegt. Bis auf weiteres wird die Kommissarin deshalb zur Sitte versetzt, solange der Zwischenfall durch die Dienstaufsicht und den Staatsanwalt geprüft wird. 

Wenige Tage später ist Christines Fahrzeug defekt, die Bank sperrt sowohl ihr Konto als auch ihre Kreditkarte, da diese beide überzogen sind und auch ihr PC auf der Arbeit wird gehackt. Noch ahnt sie nicht, dass diese Cyberattacken erst der Anfang sind. Als mehrere Mordanschläge auf sie verübt werden, denen sie nur mit knapper Not entkommen kann, erhält Christine Personenschutz. Ihr Team nimmt die Ermittlungen auf und bekommt von Seiten des Landeskriminalamtes einen Computerspezialisten zur Verfügung gestellt. Als Beweismittel verschwinden, der Mitarbeiter des LKA abgezogen und der Zugang zu den Akten plötzlich gesperrt ist, muss Christine die Sache doch wieder auf eigene Faust in die Hand nehmen.

Wer ist so hartnäckig hinter dem Leben der Kommissarin her? Was steckt hinter diesen Anschlägen und Attacken? Ihr Gegner weiß genau, was er tut und zudem scheint er mächtige Freunde zu besitzen.

Ein spannendes Katz und Maus Spiel zwischen dem Täter, dem Leiter des Landeskriminalamtes Herrn Anderson und Christine Bernard beginnt.


Christine Bernard - Der unsichtbare Feind ist bereits der dritte Fall dieser Kriminalreihe von Autor Michael E. Vieten, der jeweils in und um Trier herum spielt. Die beiden bisher erschienen Bücher Der Fall Siebenschön und Das Eisrosenkind konnten mich überzeugen und fesseln. Auch das in dieser Story behandelte Thema Cyberattacken und was damit zusammen hängt, reizten mich dabei.

Die Geschichte beginnt relativ ruhig und man begleitet Christine und ihre Kollegin Tanja bei einem Routineeinsatz des Drogendezernats. Als es bei diesem Einsatz zu einem tödlichen Unfall kommt und kurze Zeit später die Cyberangriffe auf Christine Bernard verübt werden, wird schnell klar, dass die beiden Fälle zusammenhängen müssen.

Doch wer sind der oder die Täter und was ist das Motiv? Auch wenn die Ermittlungen schnell einen Verdächtigen hervorbringen, kann man diesem nicht habhaft werden, da schlicht die Beweise fehlen.

Dank gut ausgearbeiteter Charaktere, gelungener Recherchearbeit und einem kurzweiligen spannenden Plot, hatte ich das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen. Dabei kommt der Krimi ganz ohne Blutvergießen aus und alles spielt sich mehr auf der psychischen Ebene ab. Was geschieht mit einem Menschen, dessen Existenz durch einen Hackerangriff bedroht wird? Wie geht man damit um? Denn schließlich ist es ein massiver Eingriff ins Leben der jeweiligen Person.

In den Zeiten von Onlinebanking, elektronischer Zahlungsweise beim Einkaufen, Handy, computerunterstützten mobilen Geräten in Autos, Fahrstühle usw. sind wir Menschen sehr anfällig für Angriffe von außen. Schnell fällt es uns schwer, all die liebgewonnenen Helferlein mal einen Tag nicht zu benutzen. Eine Abhängigkeit, die uns dann hilflos zurücklässt.


Die in diesem Buch gewählte Thematik könnte nicht aktueller sein. Michael E. Vieten hat gute Recherchearbeit geleistet und die möglichen Gefahren einer Cyberattacke realistisch dargestellt. Auch die Spannung kam nicht zu kurz, was dafür sorgte, dass ich das Buch in kurzer Zeit gelesen habe. Zwar war mir schnell klar, wer der Täter ist, doch dies tat der Story keinen Abbruch, denn ich wollte wissen, ob Christine Bernard die Hintergründe herausfindet.

Gute 4 von 5 Nosinggläser für Christine Bernard - Der unsichtbare Feind.

Kommentare:

  1. Der Autor hatte mich für das Buch angeschrieben. Aber da ich in dem weiten Band schon keine Begeisterung in mir spüren konnte, wollte ich dieses Buch gar nicht erst in Angriff nehmen. Die Thematik ist aktuell - da hast du absolut recht - aber in dem Klappentext lockt sie mich nicht aus dem Hinterstübchen hervor :P

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    1. Hi Christin,

      dass war das Buch, worüber wir in Leipzig gesprochen hatten und es dir nicht mehr eingefallen war ;)

      Ich kann mich erinnern, dass dir der zweite Band nicht so zugesagt hatte und kann deine Zurückhaltung, was dieses Buch betrifft, verstehen.

      Lieben Gruß,
      Uwe

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  2. Huhu Schnuffi,

    auch wenn ich Krimis/Thriller, wie du ja weißt, sehr selten bis gar nicht lese, klingt die Reihe und auch dieser Band definitiv interessant. Es freut mich auf jeden Fall sehr, dass du so gut unterhalten wurdest. Ich finde es auch echt gut, dass der Autor so aktuelle Themen aufgreift und darum herum einen absolut realistischen Fall kreiert.

    Drück dich, Küsschen,
    Ally

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    1. Hi Prinzessin,

      ich danke dir für deinen Kommentar. Was das Aufgreifen von aktuellen Themen in Büchern betrifft, finden wir ja beide immer gut :)

      Drück dich, Küsschen,
      Uwe

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  3. Vielen, lieben Dank für Deine Rezension, Uwe. @TheReal Kaisu Mit dem nächsten Band kriege ich Dich bestimmt. :D
    @Ally Ich habe nicht wenige Leser, die EIGENTLICH keine Krimis lesen. Vielleicht riskierst Du es einfach mal.

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    1. Hallo Michael,

      danke und es freut mich, dass dir meine Rezension gefällt. Ich bin auf den vierten Teil gespannt. Auch ob du Christin dann wieder aus dem Hinterstübchen hervor locken kannst.

      Gruß Uwe

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  4. Hallo Uwe,
    das hört sich wirklich spannend an, gerade auch für Leser, die die typischen Krimis nicht so mögen. Diese psychische Komponente klingt wirklich spannend
    Gruß, Daniela

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    1. Hallo Daniela,

      ich mag die psychische Ebene mittlerweile fast lieber, als das Blutvergießen und dahinmetzeln von Opfern ;) Die Welt ist schon brutal genug und verrückt geworden, da braucht man das nicht auch noch in Büchern.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  5. Ich denke, ich bin auch nicht der typische Krimi-Autor. "Siebenschön" war ein Kammerspiel, "Der unsichtbare Feind" ein Krimi ohne Leiche und ohne Mörder (ich hatte schon Sorge der Verlag druckt ihn nicht) und ich habe weitere Manuskriptentwürfe, die vom Mainstream abweichen. Ich mute meinen Lesern eingiges zu. Gesellschaftskritik, bisweilen subtile Spannung, eine wenig erfahrene Kommissarin mit einem Privatleben unter dem Einfluss eines Vollzeitjobs mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und einem ständigen Risiko ausgesetzt und von alledem nicht zu viel, denn es sollen ja Krimis sein und keine Sachbücher.
    Aber ich glaube, die Leserinnen und Leser gehen meinen Weg mit. Denn wer seinen eigenen Weg gehen will, muss eben die ausgetretenen Pfade verlassen und es macht doch auch Spaß, mal etwas anderes zu entdecken.
    CB4 (Arbeitstitel) wird übrigens wieder ein aktuelles Thema aufgreifen. Es geht um Wölfe und ich warte auf die Einwanderung eines Exemplars in den Hunsrück-Hochwald Nationalpark. Bis 2018 hat er Zeit, der Wolf. Danach muss ich aus Marketinggründen einen in der Lausitz fangen und hier wieder aussetzen. (An alle Tierfreunde. Das war ein Scherz.)

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    1. Das ist auch gar nicht schlimm, dass du kein typischer Krimi-Autor bist und ich finde es immer wieder erfrischend, mal etwas anderes außer Mainstream zu lesen. Gerade so etwas macht doch den Reiz unseres geliebten Hobbies aus.

      Dann wollen wir dir mal die Daumen drücken, dass die Wölfe sich beeilen und in den Hunsrück kommen ;)

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