Sonntag, 19. Juni 2016

Rezension - Christine Bernard: Das Eisrosenkind von Michael E. Vieten


Titel: Christine Bernard:
Das Eisrosenkind
Autor: Michael E. Vieten
Verlag: Acabus
Ausgabe: Paperback
Seiten: 304
ISBN: 9-783-8628-2413-7
Preis: 12,90 €

Quelle des Covers: Acabus Verlag



Als eine gefrorene Kinderleiche am Ufer der Mosel gefunden wird, geht die Trierer Polizei davon aus, dass es sich bei der Leiche um die seit ein paar Stunden vermisste achtjährige Rosalia handelt. Auf den ersten Blick sind keine Verletzungen zu erkennen. Woran ist das Kind gestorben? Ist das Kind erfroren oder war es Mord? Da keinerlei Papiere oder Kleidung bei der Leiche gefunden wurde und ein Fotoabgleich eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem vermissten Kind aufweist, bestätigt sich die Vermutung der Polizei. Doch handelt es sich bei dieser Kinderleiche wirklich um Rosalia? Oder steckt noch viel mehr dahinter?

Bei einer ersten Befragung der Mutter Margit Lemke durch Christine Bernard ergeben sich zunächst auch keine weiteren Hinweise. Rosalia ist für Ihre Mutter Ihr ein und Alles. Durch die Trennung von Ihrem Ex-Mann, versucht Margit alles, damit es Rosalia gut geht. Auch wenn dies bedeutet, dass Margit mit Ihrer Gesundheit nicht gerade pfleglich umgeht. So ist es nicht verwunderlich, dass sie einen Nervenzusammenbruch erleidet und in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wird.

Bei der Obduktion der Leiche macht der Rechtsmedizin Dr. Vogler eine verblüffende Entdeckung. Die Kinderleiche war bereits vor dem Ablegen am Fundort mehrere Jahre Tod! Wer ist dieses Mädchen? Was bedeutet dies für Rosalia? Lebt das Mädchen vielleicht noch?

Kommissarin Christine Bernard und Ihre Kollegen Torsten Kluge, Jörg Rottmann und Tanja Rieger begeben sich bei Ihren Ermittlungen in die Abgründe der menschlichen Seele.


Der zweite Teil der Christine Bernard Reihe von Michael E. Vieten hat mir etwas besser gefallen, als "Der Fall Siebenschön", obwohl die Thematik in diesem Buch doch eine schwer verdauliche Kost ist. Denn was das Thema "Kindermord" anbelangt, bin ich zwar auf Grund unserer heutigen Gesellschaft eher abgeneigt so etwas zu lesen, doch Michael E. Vieten schafft es mit dieser Thematik gut umzugehen. Denn im Vordergrund seiner Krimis steht eher die menschliche Psyche und deren Abgründe, was hier sehr gut ausgearbeitet wurde.

Durch den Aufenthalt von Margit Lemke in der psychiatrischen Klinik, der Überprüfung des Alibis ihres Ex-Mannes und der Nachbarn von Rosalia sowie den kaum vorhandenen Spuren am Tatort kommen die Ermittlungen nur schleppend voran. Doch das Schicksal der kleinen Rosalia treibt das Ermittlungsteam immer wieder an und wer Christine Bernard kennengelernt hat, weiß, dass sie nicht eher ruht, bis der/die Verantwortlichen gefasst sind.

In diesem Teil war es schön zu lesen, wie das Team Bernard, Kluge, Rottmann und Rieger mehr Hand in Hand arbeiteten, da sie sich nun besser kennen und vertrauen. Auch das Privatleben von Christine lernen wir kennen und können Sie noch etwas besser einschätzen. Ich würde mir allerdings wünschen, auch etwas mehr über Ihre Kollegen zu erfahren, da mir diese doch nach wie vor etwas zu sehr im Hintergrund sind.


Trotz der sehr traurigen Thematik "Kindermord" besticht die Geschichte durch eine spannende Grundstimmung, die zum Ende hin noch mal richtig Fahrt aufnahm. Die Geschichte liest sich gut und flüssig, die Ermittlungsarbeit steht dabei im Vordergrund, was mir gut gefallen hat, da ich ebenfalls meine Vermutungen anstellen konnte.

Mit dem Ende und der Auflösung habe ich allerdings nicht im Geringsten gerechnet. Das war ein klarer Pluspunkt und hat mir richtig gut gefallen.

Einmal mehr zeigt uns Michael E. Vieten wie abartig und pervers unsere Seele und Psyche sein kann bzw. zu was der Mensch fähig ist. 
 


Vielen Dank an Michael E. Vieten für die Anfrage sowie an den Acabus Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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