Sonntag, 16. Juni 2019

Rezension - Stoneheaven von Tanja Heitmann

Ausgabe: Klappenbroschur
Seiten: 480
ISBN: 978-3-492-70528-8
Preis: 15,00 €

Quelle des Covers: Piper/IVI




Mariella gehört der mächtigsten Familie, den Rosalike an, und ist als Infantin, einer Art Thronfolgerin, dazu bestimmt, die Nachfolgerin ihrer Mutter und zugleich Oberhaupt aller Clans zu werden. Doch Mariella möchte dieses Leben, welches aus Macht und Intrigen besteht, nicht führen und so beschließt sie, der Familie den Rücken zu kehren. Sie genießt lieber das Nachtleben von Barcelona, was bei ihrer Mutter Mercedes auf großen Widerwillen stößt. Als Mariella bei einer Beachparty ein Fehler passiert, wird sie vom Rat der Tannin, einem Geheimbund der magisch begabten Menschen, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Um den in Ungnade gefallenen Nachwuchs wieder auf Kurs zu bringen, wurde an der Steilküste von Maine die Zitadelle Stoneheaven tief in den Stein gebaut. Gut verborgen vor den Augen der Allgemeinheit, sollen Mariella dort wieder Verantwortungsgefühl, Disziplin und Gehorsam eingebläut werden. Abgeschnitten von der Außenwelt, ohne Handy und anderen Luxusartikel, muss sich Mariella nun in einer Gruppe von Jugendlichen beweisen. Ihr Titel und ihr Rang, innerhalb der Tannin, zählen in Stoneheaven nichts. Selbst ihren Platz innerhalb ihrer Einheit muss sie sich hart erkämpfen, was angesichts der verschiedenen Personen, alles andere als einfach ist.

Und so drehen sich Mariellas Gedanken nur um eines, nämlich die Flucht aus der Zitadelle, denn ihr Aufenthalt entpuppt sich als die reine Hölle auf Erden.


Der Klappentext von Stoneheaven von Tanja Heitmann aus dem Piper/IVI Verlag sprach mich sehr an, da ich unbedingt wissen wollte, was sich dahinter verbirgt. Der Einstieg gelang mir zwar recht gut, obwohl die Autorin früh einige Begrifflichkeiten der einzelnen Clans einführte, mit denen ich zunächst doch leichte Schwierigkeiten hatte, diese zuzuordnen. Hier hätte ich mir eine Art Glossar gewünscht, um die Hierarchie der magisch begabten Tannin besser verstehen zu können. Doch zum Glück konnte ich im weiteren Verlauf der Handlung diese Bezeichnungen besser verstehen.

Durch die gewählte Erzählweise aus der Sicht von Mariella, konnte ich ihre Gefühlswelt hautnah miterleben, was mir gut gefiel. Sie genießt ihr Leben in vollen Zügen und lässt so gut wie keine Party aus, was sie oberflächlich betrachtet nicht gerade positiv erscheinen lässt. Denn von Loyalität, Verantwortung und Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie, hält sie, sehr zum Missfallen ihrer Mutter Mercedes, wenig, da sie mit den Macht- und Intrigenspielen ihrer Mutter nichts zu tun haben möchte. 

Als Mariella auf einer Beachparty ein Missgeschick passiert, sieht ihre Mutter endlich eine Chance, um ihre rebellische Tochter in die Schranken zu weisen. So verurteilt der Rat der Tannin, bestehend aus den Oberhäuptern der einzelnen Clans und unter dem Vorsitz von Mercedes, Mariella zu einer Gefängnisstrafe in der berüchtigten Zitadelle von Stoneheaven.

Mit Eintreffen in Stoneheaven, entstand bei mir eine unterschwellige Neugierde auf diesen Ort und ich wollte wissen, ob es Mariella gelingen würde, ihre rebellische Art zu bewahren. Doch schnell wurde nicht nur ich vom Gegenteil überzeugt, denn das Leben dort, ist geprägt von alltäglichen Demütigungen, skrupellosen Wächtern und dunklen Geheimnissen. Alleine die Vorstellung, tief im Felsen eingesperrt zu sein und dies zeitgleich mit den gefährlichsten Wesen, die die Tannin versuchen unter Kontrolle zu halten, sorgten bei mir für eine Gänsehautatmosphäre. Selbst ihr Platz innerhalb ihrer neuen Einheit muss sich Mariella hart erkämpfen, was sich angesichts der einzelnen Personen nicht gerade als einfach erweist.

Angeführt von Lyon, der von Schuldgefühlen geplagt wird und zugleich der Neffe der Marschallin Eleonore ist, der Attentäterin Skye, der undurchschaubaren Tessa und dem ominösen Aidan, der zugleich eine starke Anziehungskraft bei Mariella auslöst, ist diese Gruppe eine explosive Mischung. Einzig der mental begabte Xiu scheint an einer Freundschaft interessiert zu sein. Doch alle Jugendlichen sind nicht ohne Grund in Stoneheaven. So muss Mariella schnell lernen, wem sie vertrauen kann bzw. wem sie besser aus dem Weg geht. Darüber hinaus muss sie sich recht schnell mit den strengen Regeln ihrer neuen Heimat vertraut machen, will sie überleben.

Mariella, mit ihrer rebellischen Art, mochte ich sofort. Sie ist taff, hat immer einen coolen Spruch parat, ist unerschrocken und zugleich wild. Sie kam mir wie ein ungeschliffener Diamant vor, aus dem nur etwas Schönes entstehen kann. Auch weiß sie noch gar nicht, welch magische Kräfte wirklich in ihr stecken. Diese werden erst durch den engeren Kontakt zu Aidan und ihren Gefühlen zu ihm, in ihr geweckt. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden gefiel mir, da sie zaghaft begann und so auf mich authentisch wirkte. Ebenso mochte ich den verbalen Schlagabtausch zwischen Aidan und Mariella sehr gerne, da sie mich des Öfteren zum Schmunzeln brachten.

Aidan fand ich faszinierend und seine Situation machte mich irgendwie traurig und zugleich wütend. Ein junger Mann, der in seiner Vergangenheit eine folgenschwere Entscheidung getroffen hat und dabei übermenschliche Kräfte erlangte, wurde dafür bestraft. Die ausgelösten Ereignisse ließen ihn zu einem unkontrollierbaren Menschen werden, dem ein Leben innerhalb der Tannin-Welt verwehrt bleibt, da er jederzeit als eine Art Waffe missbraucht werden könnte. Eingesperrt und dank elektronischer Hilfsmaßnahmen seiner Magie beraubt, fristet er ein Dasein, welches ich als menschenunwürdig empfand. Er wirkte auf mich einsam, in sich gekehrt und geplagt von Schuldgefühlen. Doch als er auf Mariella trifft, scheinen sein Wille und Kampfgeist neu geweckt zu werden.

Lyon war mir zwar sympathisch, doch irgendwie konnte ich seine Loyalität nicht genau einschätzen und auch stellenweise seine Handlungen nicht immer verstehen. Dies ist vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass er gleichzeitig der Neffe der Gefängnisdirektorin ist und ihr Bericht erstatten muss. Doch im weiteren Verlauf der Story konnte er mich mit einer Tat von sich überzeugen, da er für mein Dafürhalten, die richtige Entscheidung traf.

Je länger Mariellas Aufenthalt in der Zitadelle andauert, umso mehr kann sie sich den nötigen Respekt innerhalb ihrer Einheit erarbeiten. Und ich fand es schön zu lesen, dass die sechs Jugendlichen im weiteren Verlauf der Handlung für den jeweils anderen einstehen, was angesichts der Örtlichkeit nicht selbstverständlich ist. Ausnehmend spannend gestaltete Tanja Heitmann den Tagesablauf und das Leben innerhalb von Stoneheaven, was mich an den Seiten kleben ließ und ich musste unbedingt erfahren, ob es Mariella und ihren Freunden gelingen würde, hinter die Geheimnisse dieser Zitadelle zu gelangen. Dabei nahm gerade Mariella eine Entwicklung, die ich ihr so nicht wirklich zugetraut habe. 

Zum Ende hin gab es noch einen Turnaround, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe und ich finde diesen richtig genial. So läuft alles auf einen entscheidenden Kampf hinaus, bei dem sich jeder der Jugendlichen überlegen muss, auf welcher Seite er letztlich steht.



Mit Stoneheaven (Piper/IVI) ist Tanja Heitmann eine spannende, atmosphärisch dichte und fesselnde Geschichte gelungen. Die Idee von magisch begabten Menschen, die in Clans leben, in denen es um Ausübung von Macht sowie Machterhalt, aber auch um Intrigen geht, gefiel mir. Dabei stehen Themen wie Loyalität, Aufopferung und Freundschaft im Vordergrund, die toll in die Handlung eingearbeitet wurden und dank starker Charaktere, wie Mariella und Aidan bei mir punkten konnte. Alleine die Vorstellung, unter Tonnen von Gestein eingesperrt zu sein, stelle ich mir auf der psychischen Ebene als äußerst schwierig vor.

Das Buch konnte mich daher gut unterhalten und bescherte mir tolle Lesestunden, weshalb ich sehr gute 4 von 5 Nosinggläser vergeben habe.




 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Kommentare:

  1. Huhu Schnuffi, <3

    deine Rezi ist wirklich toll und vor allem auch der magische Aspekt, macht neugierig auf das Buch. Auch wenn mich die Story jetzt nicht so sehr reizt, klingt sie schön spannend und actionreich. So dauerhaft unter der Erde zu sein, wäre für mich auch ganz schrecklich.

    Drück dich, Küsschen,
    Ally

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Prinzessin <3,

      ich danke dir für dein Kompliment und ja, der magische Aspekt konnte mich überzeugen.

      Drück dich, Küsschen,
      Uwe

      Löschen
  2. Huhu Uwe,
    bisher dachte ich, dass das Buch nichts für mich ist, weil ich ältere Werke der Autorin nicht so mochte, aber deine Rezension klingt doch gut und oft haben wir ja eine ähnliche Meinung. Ich behalte es mal im Auge, vielleicht lese ich es auch noch. xD
    Liebe Grüße
    Mandy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Mandy,

      es freut mich, dass ich dich mit meiner Rezension neugierig machen konnte und ich bin gespannt, ob es bei dir einziehen wird.

      Liebe Grüße,
      Uwe

      Löschen
  3. Hey Lieblings-Uwe, <3

    ich freue mich immer noch sehr, dass dich das Buch nach anfänglichen Schwierigkeiten noch so überzeugen konnte. Oft bleibt der erste Eindruck bei Büchern ja bestehen. Und ich kann mich Mandy nur anschließen. Ich habe auch ein älteres Buch der Autorin gelesen, was mir leider nicht so gut gefallen hat.

    Liebe Grüße
    Sandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Lieblings-Sandra <3,

      das mit dem ersten Eindruck kann ich nur bestätigen und das war bei dieser Geschichte auch meine Befürchtung, doch zum Glück traf es nicht ein. Bezüglich den älteren Büchern der Autorin, habe ich dies schon häufiger gelesen/gehört und kann daher die Skepsis nachvollziehen.

      Liebe Grüße,
      Uwe

      Löschen
  4. Hallo Uwe,

    schön, dass dir Stoneheaven auch gefallen hat! Lyon ist tatsächlich ein Charakter, wo man sich nicht wirklich sicher ist, auf welcher Seite er steht. Und ja, ich kann es nur unterschreiben: Es war toll, wie diese so unterschiedlichen Charaktere zusammengewachsen sind.

    Liebe Grüße
    Desiree

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Desiree,

      schön, dass wir, was die Geschichte selbst und auch Lyon betrifft, uns einig sind.

      Liebe Grüße,
      Uwe

      Löschen

Ich danke dir für deinen Besuch und würde mich über einen Kommentar freuen.


Mit dem hinterlassen eines Kommentars, erkennst du die Speicherung deiner personenbezogenen Daten (z. B. IP-Adresse, Standort des Logins etc.) sowie eine eventuelle Nutzung und Weiterverarbeitung z. B. für Statistiken durch Google oder andere Firmen an. Nähere Informationen dazu erhältst du in der DATENSCHUTZERKLÄRUNG (verlinkt).