Mittwoch, 1. April 2020

Rezension - Sturm von Christoph Scheuring

https://www.magellanverlag.de/feine-b%C3%BCcher/jugendbuch/#cc-m-product-11774999098

Ausgabe: Hardcover
Seiten: 304
ISBN: 978-3-7348-5028-8
Preis: 18,00 €

Quelle des Covers: Magellan Verlag



Nora die sich dem Klima- und Tierschutz verschrieben hat, wird auf Grund einer aggressiven Vorgehensweise im Rahmen einer Demonstration zu Sozialstunden verurteilt. Die Strafe muss sie ausgerechnet auf einem Fischerboot ableisten, was ihr völlig zu wider ist und auch das erste Aufeinandertreffen mit Kapitän Johan, verläuft alles andere als rund und harmonisch. Keine guten Vorzeichen für eine lange Zeit auf dem Meer.

Nora und der wortkarge Johan haben nicht wirklich etwas gemeinsam und während ihres Aufenthaltes auf dem Schiff, ist dieser Abschnitt geprägt von Misstrauen und Abneigung. Als ein Hurrikan losbricht, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als miteinander zu arbeiten, damit sie überleben.


Der Einstieg in die Geschichte gestaltete sich für mich etwas schwierig, da ich zunächst keinen wirklichen Zugang zur Handlung bekam. Was allerdings vor allem an mir lag, da ich wenig Zeit hatte, mehrere Seiten am Stück lesen zu können. Der Leser begleitet Nora auf einem Schiff, welches sich in einem schweren Sturm befindet und ich war neugierig, wie es dazu kam. Denn wie Nora auf diesem Fischerboot gelandet ist, wird in einer Art Rückblende erzählt. 

Nora hatte keine so schöne Kindheit, da diese von viel Leid und Kummer geprägt war. Der Vater verfiel der Alkoholsucht und wurde gegenüber seiner Familie gewalttätig, was letztlich in der Flucht der Mutter endete. Nora entscheidet, dass sie lieber bei ihrem Papa bleibt, um diesem zu helfen. Trotzdem ist das Verhältnis zwischen den beiden alles andere als einfach.

In dieser schweren Zeit hat Nora ein großes Verantwortungsgefühl gegenüber Tieren entwickelt und auch ihr Gerechtigkeitssinn ist dadurch sehr ausgeprägt, weshalb sie sich von niemandem mehr etwas gefallen lässt. Nora mochte ich für ihre taffe und aufgeschlossene Art. Sie nimmt nie ein Blatt vor den Mund und steht für sich und andere ein.

Als sie sich bei einer selbst ins Leben gerufenen Demonstration gegen Massentötungen von Tieren an ein Werkstor kettet, um auf die Missstände aufmerksam zu machen, wird sie verhaftet und vom Gericht zu hohen Sozialstunden verdonnert. Diese soll sie bei Ocean Watch, einer kleinen Umweltorganisation, ableisten. Dort trifft sie auf die junge und sehr engagierte Sarah, die sich ihrer annimmt. Um die hohe Anzahl an Stunden schnellstmöglich abzuarbeiten, unterbreitet ihr Sarah das Angebot als Observer auf einem Fischerboot in Kanada zu arbeiten, was Nora nach kurzem Überlegen auch annimmt.

Doch damit nimmt das Schicksal seinen Lauf, denn Nora gerät ausgerechnet an den mürrischen und wortkargen Kapitän Johan, der Aktivistinnen wie sie, bis aufs Blut hasst. So wird die gemeinsame Zeit auf dem Boot zur Zerreißprobe für alle Beteiligten. 

Trotz seiner Art gefiel mir Johan auf Anhieb und ich war mir sicher, das hinter dieser Fassade mehr stecken mochte, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Seine Beweggründe für sein Verhalten konnte ich gut nachvollziehen.

Als ein Hurrikan über das Schiff hereinbricht, müssen Nora und Johan alle Bedenken und Feindseligkeiten über Bord werfen, wollen sie lebend aus diesem Albtraum entkommen.

Diese Konfrontation zwischen den Protagonisten hat mir richtig gut gefallen, da beide zunächst auf ihrem Standpunkt beharren, jedoch schon bald spüren, dass der jeweils andere doch gewisse Seiten hat, die die betreffende Person in ein anderes Licht rücken lässt. Um zu überleben, müssen sie alle Vorbehalte hinten anstellen und trotzdem spürt man wie ganz langsam die Abneigungen immer mehr schwinden und die beiden langsam aber sicher zu einem Team reifen. 

Der Autor legt schonungslos dar, wie systematisch, brutal und rücksichtslos wir zum Beispiel mit Tieren umgehen, um möglichst viel Profit zu generieren. Sozialkritisch, teilweise Menschen verachtend und den Finger tief in eine Wunde legend, zeigt Christoph Scheuring dem Leser, was in unserer heutigen Gesellschaft alles schief läuft. Jeder weiß es und doch kaum jemand unternimmt etwas dagegen.  

So werden Themen wie Ausbeutung, Unterdrückung, Umwelt- und Klimaschutz, unser Lebenswandel und unsere Gesellschaft im Allgemeinen zu einer fesselnden und spannenden Handlung verwoben. Ich fieberte mit den beiden mit und wollte unbedingt wissen, ob es Johan und Nora gelingen würde, das rettende Ufer zu erreichen.



In Sturm (Magellan) zeigt uns Christoph Scheuring eindrucksvoll, wie skrupellos wir Menschen mit Anderen und vor allem mit der Natur umgehen. Macht, Erfolg und Geld regieren unser Leben, ob dies jedoch erstrebenswert ist, mag mehr als bezweifelt werden. 

Die Story regt sehr zum Nachdenken an und obwohl sie recht ruhig, wühlt sie auf, macht wütend und ist zugleich lebensbejahend, was mir toll gefiel und ich letztlich 5 von 5 Nosinggläser vergeben habe.



 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Kommentare:

  1. Hallöchen Schnuffi, <3

    wie schön, dass dich das Buch doch noch so überzeugen und packen konnte. Besonders die Zeit auf dem Meer hört sich sehr intensiv und spannend an. Und auch die Themen, die der Autor in seinem Werk anspricht, sind sehr aktuell und zum nachdenken anregend.

    Drück dich, Küsschen,
    Ally

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    1. Hallöchen Prinzessin <3,

      ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe und ja, die Zeit auf dem Meer war sehr intensiv und lebensbedrohend. So etwas schweißt Menschen zusammen, wenn das Leben des anderen von einem abhängt. Dies und die weiteren Themen hat Christoph Scheuring sehr gut ausgearbeitet und dargestellt.

      Drück dich, Küsschen,
      Uwe

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  2. Hallöchen Lieblings-Uwe, <3

    der Titel ist irgendwie total an mir vorbeigegangen. Also das du ihn gelesen hast. ;-) Bzw. du hast es schon erwähnt, aber wir haben uns nie drüber unterhalten. :-D
    Na auf jeden Fall freut es mich, dass dich die Geschichte so überzeugen konnte.
    Ich glaube, mein Fall wäre sie nicht unbedingt. War es bis zum Hurrikan eine ruhige Geschichte oder konnte sie dich davor schon packen?

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hey Lieblings-Sandra <3,

      echt und ich war der Meinung, dass ich es dir erzählt habe... Alzheimer lässt mal wieder grüßen bei uns :D :D

      Dein Fall ist es nicht, das stimmt und nein, ruhig ist das Buch von Beginn an nicht, aber die Atmospäre auf dem Meer, mitten im Sturm, ist schon heftig, weshalb man mit den Protas einfach mitfiebert. Packen konnte es mich von Anfang an.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  3. Huhu Uwe,

    das Buch steht auf meiner Wunschliste ganz weit oben und deine Rezension macht sehr gespannt darauf! :D
    Klingt auch genau, als würde es meine eigene Einstellung zum Tier- und Umweltschutz gut wiedergeben. Ich bin da eher wie Nora. :D

    Liebe Grüße
    Alica

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    1. Hi Alica,

      das freut mich und schön, dass ich dich neugierig machen konnte. Ich bin gespannt, wie es dir gefallen wird, gerade weil es die genannten Themen behandelt und dich ansprechen.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  4. Hallo lieber Uwe,
    bei diesem Buch bin ich irgendwie hin- und hergerissen. Du weißt ja, dass mich das Magellanprogramm in diesem Halbjahr mit am meisten angesprochen hat und dass ich mich durch sämtliche Bücher einmal hätte durchlesen können. Auch Sturm spricht mich sehr an. Du schreibst, dass du anfangs schwer in die Story reingekommen bist, was vermutlich an der mangelnden Zeit lag, mehrere Seiten am Stück lesen zu können. Momentan ist es bei mir ähnlich: Ich benötige auch öfters mal kleine Lesepausen. Dass dich die Geschichte dann emotional so zu bewegen wusste, spricht definitiv für das Buch. Ach, ich muss mal schauen, ob auf meiner Wunschliste noch Platz ist ... :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Hallo liebe Tanja,

      das kann ich verstehen, aber da es sich a) um ein Magellanbuch und b) um Themen handelt, die dich interessieren, könnte ich mir gut vorstellen, dass es dir gefallen würde.

      Deine Vermutung hinsichtlich des Einstieg lag bei mir wirklich an der fehlenden Zeit und hatte nichts mit dem Schreibstil oder so zu tun.

      Ein kleines Plätzchen auf deiner WuLi hätte das Buch verdient...

      Ganz liebe Grüße,
      Uwe

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  5. Hallo Lieblings-Uwe <3,

    wieder einmal eine sehr gelungene Rezi! Ich habe tatsächlich beim Titel an eine Geschichte mich Schiffbrüchigen gedacht. Echt toll, dass der Autor so viel mehr in die Geschichte verpackt hat, als nur ein Unwetter.

    Und ja, es ist wirklich erschreckend, welche Macht der Mensch besitzt und wie er diese ausnutzt. Da ist es umso bedeutender, wenn Autoren den Finger fest auf die Wunde drücken um darauf aufmerksam zu machen, was alles schief läuft in unserer Gesellschaft. Das Thema Klimaschutz sowie Tierrechte, wird wohl spätestens seit der Greta-Revolution viel häufiger thematisiert.

    Schön, dass dich das Buch zum Nachdenken anregen konnte. Deine Rezi macht auf jeden Fall neugierig und ich werde es mir mal auf jeden Fall merken :)

    Liebe Grüße,
    Cata

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  6. Hallo Lieblings-Cata <3,

    vielen Dank für dein Kompliment und das liest man natürlich gerne ^^ Ich bin auch noch ganz geflasht von dem Buch und der Atmosphäre und ich war gespannt, wie er das Thema Sturm/Unwetter hier verarbeiten würde. Aber das ist ihm sehr gut gelungen. Ebenfalls finde ich es gut, dass Themen wie Klimaschutz und Tierrechte in Jugendbüchern bzw. generell in Büchern Raum einnehmen. Und ja, dank "Greta" ist dies wieder präsenter.

    Liebe Grüße, drück dich,
    Uwe

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Ich danke dir für deinen Besuch und würde mich über einen Kommentar freuen.


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