Sonntag, 7. September 2014

Rezension - So finster, so kalt von Diana Menschig

Hallo meine Lieben, wie bereits in meinem Lesemonat August geschrieben, tat ich mich mit dem Schreiben dieser Rezension sehr schwer. Vorab möchte ich noch erwähnen, das ich es schon toll finde, dass mehrere Autoren und Verlage unsere Kindermärchen neu als Adaption auf den Markt bringen bzw. gebracht haben. Wir alle sind damit aufgewachsen, egal ob nun vorgelesen oder später selbst gelesen. Es gibt einige Bücher, die mir als Adaption gefallen haben, hier vor allem die Luna-Chroniken von Marissa Meyer. Ich liebe diese Bücher und fiebere schon dem 3. Teil entgegen. Aber ich schweife ab. Meine Rede ist von diesem Buch:

Titel: So finster, so kalt
Autor: Diana Menschig
Verlag: Droemer-Knaur
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 384
 ISBN: 978-3-426-51493-1
Preis: 8,99 €


Klappentext:

Als Merle Hänssler nach dem Tod ihrer Großmutter in deren einsam gelegenes Haus im Schwarzwald zurückkehrt, findet sie im Nachlass ein altes Dokument. Darin berichtet ein gewisser Johannes, der Ende des 16. Jahrhunderts im Haus lebte, über merkwürdige Geschehnisse rund um seine Schwester Greta. Merle tut diese Geschichte zunächst als Aberglaube ab. Doch dann passieren im Dorf immer mehr unerklärliche Dinge: Kinder verschwinden, und auch das alte Haus selbst scheint ein seltsames Eigenleben zu entwickeln. Langsam, aber sicher beginnt Merle sich zu fragen, ob an Johannes’ Erzählung mehr dran ist, als sie wahrhaben wollte.




Meinung:


Das düstere Cover und der Klappentext versprachen für mich eine weitere Märchenadaption, nämlich auf das uns allen bekannte Hänsel und Gretel. So stand für mich fest, das musst du lesen und so griff ich im August zu diesem Buch. Vorweg sollte ich noch erwähnen, das ich kein Problem damit habe, wenn die Adaption vom eigentlichen Märchen abweicht und so war es auch bei diesem Buch. Zwar beginnt das Buch mit dem Satz "Was geschah wirklich im Knusperhäuschen?", sozusagen als Hinweis der Autorin, Diana Menschig, auf das eigentliche Märchen und der Leser bekommt einen ersten Einblick, worum es in dieser Geschichte geht. Die Geschichte ist in zwei Handlungsstränge aufgegliedert. Einmal wird die Geschichte von Hans und Greta im 16. Jahrhundert erzählt sowie in unserer Zeit. Hier lernen wir Merle Hänssler kennen. Sie ist eine erfolgreiche Anwältin und Teilhaberin in einer Rechtsanwaltskanzlei in Hamburg. Zur Zeit arbeitet Sie an einem sehr schweren Fall, zudem quält Sie sich seit ein paar Tagen mit Albträumen und demzufolge sehr wenig Schlaf herum. Auf der Arbeit erhält Sie einen Anruf von Ihrem Freund aus Kindertagen, Björn Dreher und erfährt vom Tod Ihrer Großmutter. Da sich Ihr Vater zur Zeit auf einer Urlaubsreise durch Kanada befindet und telefonisch nicht erreichbar ist, muss Sie die Reise in den Schwarzwald und somit in Ihre Vergangenheit alleine antreten. Dort angekommen, wird Sie am Flughafen von Björn abgeholt und gemeinsam fahren Sie in das Dorf, wo Ihre Großmutter in einem alten Haus im Wald gelebt hatte. Björn hatte bereits alles für die Beerdigung arrangiert, da er sich schon während der Abwesenheit von Merle´s Vater, um die Großmutter und das Haus gekümmert hatte. Noch vor der Beerdigung übergibt Björn Merle einen Umschlag mit Papieren Ihrer Großmutter. Diese Papiere sind eigentlich an Ihren Vater gerichtet, doch dieser ist nach wie vor nicht erreichbar. So öffnet Sie den Umschlag und beginnt die Unterlagen durchzuschauen. Nach der Beerdigung reist Merle zurück nach Hamburg. Während Sie auf das Boarding wartet, liest Sie nochmal die Geschichte von Hans und Greta, welche Ihre Großmutter übersetzen ließ. Zurück in Hamburg plagen Merle immer häufiger Albträume, die Sie nicht versteht. Aber auch die Geschichte um Hans und Greta, lässt Sie nicht zur Ruhe kommen und so nimmt Sie Kontakt mit Jakob Wolff, einem Germanistikprofessor aus Freiburg auf, welcher ebenfalls in den Notizen Ihrer Großmutter auftaucht. Dieser ist rein zufällig gerade in Hamburg und so treffen sich die Beiden. Gemeinsam versuchen Sie hinter die Beweggründe von Merle´s Großmutter zu kommen. Als dann im Heimatdorf von Merle mehrere Kinder verschwinden, wird die Geschichte immer mysteriöser. Was hat die Geschichte um Hans und Greta, mit dem Verschwinden der Kinder zu tun? Welche Rolle spielt Ihre Familie und das Haus der Großmutter dabei? Können die Kinder gefunden und gerettet werden?


Fazit:

Der Beginn des Buches hat mich etwas verwirrt und auf den ersten Seiten wusste ich nicht was los war. Auch der Sprung von heute in die Vergangenheit tat hier sein übriges. Aber mit jeder weiteren gelesenen Seite, bröselte sich die Geschichte etwas auf und ich sah Licht am Ende des Tunnels. Merle hat mir nicht gefallen. Ich fand Sie als Person sehr "grau" und langweilig. Zwar ist Sie in Ihrem Beruf eine erfolgreiche Rechtsanwältin, aber privat vermittelte Sie mir eher die deprimierte 40-jährige die mit Ihrem Leben nicht zufrieden ist. Auch Jakob Wolff fand ich nicht so prickelnd und ich konnte keine Verbindung zu Ihm aufbauen. Auch finde ich die Wahl seines Nachnamens sehr unglücklich gewählt, denn sofort kam mir ein anders Märchen, nämlich Rotkäppchen und der Böse Wolf, in den Sinn. Ebenso unglücklich fand ich den Punkt, das Jakob gerade zu dem Zeitpunkt in Hamburg war, als Merle Ihn anrief. Schon sehr unwahrscheinlich im wahren Leben! Irgendwie fehlte mir bei allen Charakteren die Tiefe. Die Idee das Märchen von Hänsel und Gretel in zwei Zeitebenen aufzugliedern, fand ich toll und dieser Teil der Geschichte hat mir sehr gefallen. Als die beiden Handlungsstränge jedoch irgendwann zueinander fanden, kam mir das Ende dann doch etwas zu schnell. Insgesamt hat mir das Buch und die Umsetzung nicht so gut gefallen, vielleicht waren meine Erwartungen auch etwas zu hoch, ich weiß es nicht. Leider kann ich dem Buch nur 3,50/5,00 Sternen geben.


Habt Ihr das Buch schon gelesen? Eure Meinung dazu würde mich interessieren.

Kommentare:

  1. Wow, eine tolle, kritische Rezension! Sehr gut geschrieben!
    Ich möchte unbedingt mal eines ihrer Bücher lesen.
    Liebe Blubbergrüße
    Anka

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    1. Dankeschön Anka! Du glaubst gar nicht, wie lange ich an dieser Rezi geschrieben habe ... :) Es ist immer einfach, eine Rezi zu schreiben, wenn das Buch einen umgehauen hat, aber umso schwerer, wenn nicht. Ich hätte am liebsten alle, für mich, negativen Punkte und Logikfehler, aufgelistet, aber a) wollte ich nicht spoilern und b) nicht das Buch zu sehr zerpflücken. Ich hoffe, es ist mir einigermaßen gelungen? LG Uwe

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  2. Sehr interessante Rezi mein Lieber <3

    Ich finde deine Einwände und die Kritik sehr gut und definitiv angebracht. Ich wusste auch schon von vorne herein, dass ich das Buch nicht lesen möchte, auch wenn sich die Grundidee super anhört. Die Luna Chroniken dagegen liebe ich auch sehr, daher freue ich mich auch schon extrem auf Band 3.

    Ich sehe gerade, dass du Dark Canopy liest, das ist ja eines meiner absoluten Herzensbücher, wehe das bekommt keine gute Rezi *lach*.

    Küsschen Ally

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    1. Danke dir meine Liebe <3 und das mit Dark Canopy wusste ich ja gar nicht, vielleicht sollte ich meine Rezi nochmal ändern! Am Donnerstag kannst du meine Meinung dazu lesen. Küsschen zurück, Uwe

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