Dienstag, 24. März 2015

Rezension - Atemlos (1) - Beim Sterben ist jeder allein von Michael E. Vieten


 
Titel: Atemlos (1)
Beim Sterben ist
jeder allein
Autor: Michael E. Vieten
Verlag: BookRix (Selfpublisher)
Ausgabe: eBook
Seiten: 182
ISBN: 978-3-7368-5593-9
Preis: 4,99 €







Wenn Ihr mehr über den Autor erfahren möchte, empfehle ich euch meinen Beitrag "Autorenvorstellung / Interview".


Anselm Jünger lebt und arbeitet in Trier in einem Restaurant eines Hotels als Stationskellner. Seine Gäste und Kollegen kennen ihn als stets höflichen, freundlichen und zuvorkommenden Menschen. Auch seine Nachbarn sagen nur Gutes über ihn. Aber niemand ahnt, was in seinem Inneren vorgeht, denn Anselm hat eine sehr niedrige Toleranzgrenze und wenn du ihm begegnest solltest du ihm nicht falsch kommen ... Bereits vier Akten stapeln sich bei der Polizei von Trier und sie haben keinen Täter, deshalb wird der Kriminalhauptkommissar Horst Krieger aus seiner vorübergehenden Freistellung zurückgeholt. Kann Horst Krieger Licht ins Dunkle bringen?


Anselm Jünger liebt Ordnung, Disziplin und braucht Konstante und Garantien in seinem Leben und er hasst Variable und Unwägbarkeiten und mag keinen körperlichen Kontakt. Seine Wohnung ist penibel auf geräumt und sauber. Außerdem leidet er unter chronischem Asthma und benötigt daher ständig sein Spray. Er ist ein Einzelgänger und hat keine Freunde. Aber es gibt im Leben von Anselm jemandem, nämlich Anna Nowak. Sie ist eine Prostituierte und nur von ihr lässt er sich berühren. Bei Anna fühlt er sich geborgen und geliebt. Sie ist eine gepflegte und schöne Frau. Ist stets freundlich und höflich und sie sieht in Anselm ihre 2. Hälfte und spürt eine Seelenverwandtschaft. Als Anna Anselm ihre Liebe gesteht, gerät seine Welt für kurze Zeit in Schieflage. Darüber muss er nachdenken und doch spürt er eine wohlige Wärme in sich bei dem Gedanken, den Rest seines Lebens mit dieser Frau zu verbringen.

Man könnte meinen, dass es das Leben mit Anselm gut meinen würde, wäre da nicht seine sehr niedrige Toleranzgrenze gegenüber seinen Mitmenschen. Sei es ein Rüpel im Kino, die Kassiererin in einem Supermarkt, eine Politesse oder ein Kunde von Anna der ihr wehgetan hat. All diese Menschen lernen DEN anderen Anselm Jünger kennen!

Dieser Anselm ist sehr gewissenhaft und geduldig in seiner Planung und wartet auf den richtigen Moment, um sein Opfer töten zu können und dabei hinterlässt er keinerlei Spuren!!!


"Wenn Anselm sich jemanden zum Hobby machte, war es nicht gut bestellt um diese Person."

Seite 40 eBook


Anselm hat mir richtig gut gefallen und ich konnte mich gut in seine Lage hineinversetzen. Allerdings gibt es für mich einen Punkt gleich zu Beginn der Geschichte der mich sehr gestört hat und ich wollte das Buch schon gleich wieder zu machen. Wie viele von euch wissen, haben meine Frau und ich zwei Katzen und lieben diese über alles und daher mag ich es absolut nicht, wenn in Bücher irgendwelche Tiere gequält oder getötet werden !!! Dies nur am Rande.

Auch Anna hat mir gut gefallen, sie liebt Anselm über alles und auch wenn sie ahnt, dass da noch etwas ist, nimmt sie ihn vor der Polizei in Schutz. Anna würde alles für ihn tun.

Sehr außergewöhnlich ist unser Kriminalhauptkommissar Horst Krieger. Denn wir haben es hier mit einem im wahrsten Sinne des Wortes Schwergewicht zu tun. Horst liebt Döner, Pizza, Hamburger, Cola und Alkohol. Er ist 45 Jahre alt, knapp 1,80 m groß und bringt stolze 160 kg (!) auf die Waage. Aus diesem Grund ist er dienstunfähig geschrieben und muss sich entscheiden, wie sein Leben weiter gehen soll. Als seine Kollegen mit den vier Morden nicht weiterkommen, erschließt sich sein Chef, Kriminaldirektor Josef Weinig, ihn inoffiziell zu reaktivieren. Kann Horst den Mörder identifizieren?


Die Geschichte an sich hat mir, bis auf den Beginn mit der Katze, recht gut gefallen. Der Schreibstil ist kurz, umgangssprachlich und einfach gehalten, was dem Lesen aber keinen Abbruch getan hat. Michael E. Vieten schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Besonders bei Horst Krieger musste ich eins ums andere Mal schmunzeln, wenn er wieder 2 Döner und 1/2 Liter Cola in sich hinein schlang, sobald er mit dem Fall nicht weiter kam. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und authentisch. Lediglich fehlte es etwas an Spannung, doch dies wurde durch den "dicken Kommissar" und Anselms Detailversessenheit wieder ausgeglichen. Ein gutes Erstlingswerk mit Potenzial nach oben. Ich bin auf den zweiten Teil "Atemlos - Von des Totes zarter Hand" gespannt, den ich jetzt im Anschluss lesen werde.


Kommentare:

  1. Mein lieber Uwe,
    vielen Dank für diese Rezension. Es ist immer wieder interessant, welche Kontroversen "Atemlos - Beim Sterben ist jeder allein" auslöst. Vor allem die Katze. Vier Morde? Kein Problem. Aber die Katze. Die hat es allen Lesern angetan. Ich darf beruhigen, "Atemlos - Von des Todes zarter Hand" folgt wieder mehr dem Stream.
    Beste Grüße
    Michael Vieten

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für die lieben Worte, Michael und ja mit Morden hab ich nicht so Probleme, aber bei Katzen/Tieren schon ;). Man muss ja Prioritäten setzen.

      Es freut mich, dass Ihnen meine Rezension gefällt.
      Gruß Uwe

      Löschen
  2. Danke für die Rezi. du hast mich neugiierig gemacht und nun schlummert ein buch mehr auf meiner endlos-Wunschliste.

    LG Anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Anne,

      super so soll es doch sein :D und da kannst du dich schon auf den Donnerstag freuen, denn da kommt meine Rezension zu Teil 2 ! :D

      Löschen