Freitag, 15. Juli 2016

Rezension - Layers von Ursula Poznanski


 Titel: Layers
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Ausgabe: Klappbroschur
Seiten: 448
ISBN: 978-3-7855-8230-5
Preis: 14,95 €

Quelle des Covers: Loewe Verlag





Dorian lebt auf der Straße, seine Mutter ist tot und sein Vater war ihm gegenüber gewalttätig, weshalb er von zu Hause abgehauen ist. Seine Maxime sind ihm wichtig und so versucht er sich von Drogen, Alkohol und Streit fernzuhalten. Eines Nachts wacht Dorian in einer Blutlache auf und kann sich an nichts erinnern. Hat er den Menschen, der in seiner Nähe liegt, getötet? Durch diesen Zwischenfall droht er den Boden unter den Füßen zu verlieren. Soll er die Polizei verständigen oder fliehen? Als Dorian von einem fremden Mann angesprochen wird und dieser seine Hilfe anbietet, weiß er zunächst nicht, wie er reagieren soll. Aus Angst vor der Polizei entschließt er sich dem fremden Mann zu vertrauen. Sein Weg führt ihn zu einer Villa außerhalb der Stadt und zu Raoul Bornheim. Raoul hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche von der Straße zu holen und ihnen eine neue Perspektive in ihrem Leben zu geben. So dient diese Villa als Zuflucht für Jugendliche wie Dorian und soll ihnen Halt und Hoffnung auf ein besseres Leben bieten. Doch so ganz ohne Gegenleistung ist diese Unterkunft natürlich nicht und so verteilen die Jugendlichen Flyer in der Innenstadt und machen Werbung für Raoul´s Wohltätigkeitsveranstaltungen.

Was treibt Raoul Bornheim an? Was erhofft er sich davon, wenn er die Jugendlichen von der Straße holt? Kann ein Mensch so selbstlos sein? Oder steckt doch mehr dahinter?


Auch wenn Dorian sein jetziges Leben mehr oder weniger selbst bestimmt, möchte er nicht so sein, wie die anderen Obdachlosen. Die versuchen sich mit Gewalt, Diebstählen, Alkohol und Drogen über Wasser zu halten. Mann kann sich vorstellen, dass dies alles nicht so einfach ist, diesen Prinzipien treu zu bleiben, wenn man tagtäglich auf der Straße ums Überleben kämpft. Denn es bedeutet auch eventuell zu hungern. Ebenso versucht er, Streit so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Als er nachts aufwacht und einen leblosen Körper in einer Blutlache erblickt, ändert sich seine Lage auf dramatische Weise. Doch ein Retter scheint schon parat zu stehen, denn ein ihm fremder Mann bietet ihm seine Hilfe an. Was soll Dorian tun? Die Polizei rufen und sich stellen? Oder dem fremden Mann vertrauen? Dorian entscheidet sich für den Fremden und wird von ihm in eine Villa gebracht. Hier kümmert man sich um ihn. Gibt ihm etwas zu Essen und zu Trinken. Frische Kleidung und ein eigenes Zimmer. Und das alles ohne Bezahlung oder Gegenleistung.

Dorian hegt Zweifel an diesem Konzept. Kann ein Mensch so selbstlos sein? Was verspricht sich dieser Raoul Bornheim davon, wenn er Jugendliche von der Straße holt? 

Zwar ist er froh in Sicherheit zu sein, aber so recht traut er dem Ganzen noch nicht. Wie recht er damit haben soll, weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Dorian hat mir richtig gut gefallen und er war mir sehr sympathisch, da er seinen oben genannten Prinzipien treu bleibt, auch wenn es ihm schwer fällt. Ebenso konnte ich seine Gefühlswelt, als er in der Villa von Raoul Bornheim lebte, gut nachvollziehen. Dieses Hin- und Hergerissen sein, von Freiheit und geregelten Mahlzeiten, einem warmen Bett und Freunden.

Doch Dorians Gedanken rund um Raoul und sein Projekt haben mich während dem Lesen sehr beschäftigt und ich war mir der unterschwelligen Grundspannung nur zu bewusst. Diese Grundspannung hat mich auch dazu verleitet, immer weiterzulesen. Denn die Fragen nach den Hintergründen, dem Wieso und Warum trieben mich voran.

Gerade in unserer heutigen Welt, gibt niemand einfach so etwas ohne Gegenleistung weiter.

Ein weiterer Charakter, der mir richtig gut gefallen hat, war Stella. Ein sehr taffes Mädchen, mit einem dunklen Geheimnis.




"Wieder lächelte Bertold, diesmal auf eine Art, die Dorian nicht gefiel. Ich werde wissen, wenn du es geschafft hast. Mach dir keine Gedanken." S. 102

"Die ständige Wachsamkeit; den Zwang, ununterbrochen darauf achten zu müssen, dass sein Gesicht verdeckt war; die Wellen der Angst, die über ihn hinwegschwappten, jedes Mal, wenn ihn jemand ansah, der eine Brille trug. Er war so müde." Seite 235/236



Wie immer ein genialer Schreibstil von Ursula Poznanski, mit einer tollen Idee, die sehr gut umgesetzt und spannend erzählt wurde. Leider fand ich das Ende etwas zu vorhersehbar und hier hätte ich mir etwas anderes gewünscht.

Die Möglichkeiten einer solchen Datenbrille sind leider keine Fiktion mehr und teilweise finde ich es schon erschreckend, wie wir Menschen dank des technischen Fortschritts manipulierbar sind. Hinzu kommt, dass dies wohl erst der Anfang ist. Dieses Thema finde ich einerseits sehr spannend und doch bereitet es mir eine gewisse Gänsehaut.

Meine Bewertung für Layers - 4 Nosinggläser.

Kommentare:

  1. Huhu liebster Uwe,

    eine schöne Rezi :) Jetzt habe ich wieder richtig Lust zu einem Buch von Ursula Poznanski zu greifen ^^ Layers habe ich mir schon vor einer ganzen Weile gekauft, kam aber bisher noch nicht dazu es auch tatsächlich zu lesen. Ach ja, immer das selbe Lied :D

    Erst vor ein paar Jahren habe ich die Autorin für mich entdeckt. Damals hat sie mich mit "Erebos" total fesseln können. Suchtgefahr! Seitdem gehört sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen <3

    Ich schicke dir eine dicke Umarmung und sonnige Grüße dazu <3
    Liebste Grüße, Caterina

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    1. Hallo liebste Caterina,

      es freut mich, dass dir meine Rezi gefällt und du die Bücher von Ursula genauso liebst, wie ich :) Ich mag Ihren Schreibstil (Jugenbuch) sehr, aber auch Ihre Krimis stehen bereits bei mir im Regal und sollten schon längst gelesen sein ...

      Fühl dich ebenfalls ganz lieb gedrückt und hab ein schönes Wochenende <3

      Ganz liebe Grüße,
      Uwe

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  2. Ich traue mich noch nicht so richtig an das Buch ran... Hab sorge dass es mir zu wenig Spannung und Action hat... Aber du schreibst von Spannung... Mmmmh... Soll ich?

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    1. Hi Nici,

      ich würde sagen, dass es nicht unbedingt die Spannung ist, die du erwartest. Deshalb würde ich sagen ... versuche es als Hörbuch und falls es dir gefällt, kannst du dir immer noch das Buch zulegen.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  3. Hallo Uwe,

    es freut mich, dass es dir gefallen hat! Ich fand es sehr, sehr zähl und es hat mir fast in der Seele leid getan, dass ich es nicht so gut bewertet habe, weil ich die Autorin so gern mag. Ja, es war vorhersehbar und ich hatte das Gefühl, dass Dorian eigentlich nur herumläuft und ansonsten nicht viel passiert. Ansonsten waren auch einige "Fehler" drin. zB das ungesicherte Treppenhaus für Mitarbeiter, ... u.ä.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole,

      mich konnte die Geschichte gut unterhalten, da ich vor allem während dem Lesen, die Bilder gut vor dem geistigen Auge hatte und mit Dorian quer durch die Stadt gehetzt bin. Die von dir angesprochenen "Fehler" habe ich gar nicht wahrgenommen und müsste ich echt mal prüfen ;)

      Ich bin sehr auf Ursulas neues Buch "Elanus" gespannt und dass, was ich schon hören durfte, klingt sehr interessant.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  4. Hey Lieblings-Uwe,

    ich bin bei dem Buch immer noch unschlüssig ob ich es lesen soll. Die Meinungen gehen zu dem Buch ja doch etwas auseinander. Ich hab aber irgendwie Angst, dass es mir zu spannungsarm ist.

    Liebe Grüße und Küsschen
    Sandra

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    1. Guten Morgen Lieblings-Sandra <3,

      bei diesem Buch gehen die Meinungen schon auseinander, das stimmt. Mir hat die Idee sehr gut gefallen und spannend fand ich es auf jeden Fall. Ich hatte beim Lesen jetzt keinen Hänger. Vielleicht kannst du dir das Buch irgendwo günstig kaufen oder in einer Bibliothek ausleihen, um hineinzulesen.

      Liebste Grüße und Küsschen,
      Uwe

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  5. Hallo Uwe

    Mir hat das Buch auch gut gefallen, habe gerade heute meine Rezension dazu veröffentlicht.
    Ich hoffe es ist okay für Dich, wenn ich dabei auch auf Dich verlinkt habe.

    Liebe Grüsse und einen schönen Abend
    Carmen

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    1. Hallo Carmen,

      es freut mich, dass dir das Buch ebenfalls gefallen hat und zu einer Verlinkung sage ich nicht nein ;)

      Liebe Grüße und dir auch einen schönen Abend
      Uwe

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