Sonntag, 7. Juni 2015

Rezension - Die stille Kammer von Jenny Blackhurst

 

Titel: Die stille Kammer
Autorin: Jenny Blackhurst
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 446
Ausgabe: eBook
ISBN: 978-3-7325-0622-4
Preis: 8,49 €

 


 


Die 32 jährige Susan Webster wird zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, da sie Ihren 12 Wochen alten Sohn Dylan auf Grund von psychischen Problemen ermordet haben soll. Doch Susan hat an diese Tat keinerlei Erinnerungen. Nach 3 Jahren wird sie vorzeitig aus der psychiatrischen Anstalt Oakdale entlassen und versucht unter dem Namen Emma ein neues Leben in einer anderen Stadt zu beginnen. Kaum dort eingelebt, findet Sie vor Ihrer Tür einen Umschlag adressiert an Ihren wahren Namen. Der Inhalt, das Foto eines heute 4 jährigen Jungen und auf der Rückseite den Namen ihres Sohnes. Lebt Dylan noch? Was ist an diesem Abend vor 4 Jahren wirklich geschehen? Susan beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und stößt dabei auf ein grauenvolles Verbrechen, welches vor zwanzig Jahren an einem Elite-College verübt wurde. Was hat diese Geschichte mir Ihrem Schicksal zu tun? Ein wahres Katz und Maus Spiel beginnt.


Als ich mich auf der Leipziger Buchmesse mit der Verlagsmitarbeiterin aus dem Hause "Bastei Lübbe" über die im Sommer/Herbst erscheinenden Bücher unterhalten habe und sie mir das Buch zeigte und kurz erläuterte, worum es darin geht, war ich sofort begeistert. Umso mehr freute ich mich, als ich vor ein paar Tagen eine E-Mail erhielt, woran das eBook als Rezensionsexemplar angehängt war. Vielen Dank hierfür.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit einem Schreiben von Susan Webster an die Bewährungskommission und wir erfahren, dass sie vor 4 Jahren Ihren 12 Wochen alten Sohn Dylan ermordet hat. Mein erster Gedanke war, wie kann eine Mutter so etwas tun? Nach und nach erfahren wir Einzelheiten über Susan´s Leben bis hin zur ihren wenigen Erinnerungen an diesen Abend. Susan, eine eher unscheinbare und schüchterne Frau lernt eines Abends den attraktiven Mark Webster kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Mark sieht gut aus, ist witzig und wohlhabend. Kurze Zeit später sind die beiden verheiratet und Susan führt ein Leben in Luxus und gehört plötzlich zu den "Besseren" der Gesellschaft. Ihr Glück wird nach langer Dauer durch die Geburt Ihres gemeinsamen Sohnes komplettiert.

Neben dem Hauptstrang der Geschichte um Susan gibt es noch einen weiteren Strang, der uns ins Jahr 1987 bringt und wir lernen die Teenager Jack, Mike, Billy, Adam & Matthew kennen. Jack der "Anführer" dieser Gruppe nimmt Billy unter seine Fittiche und "formt ihn". Sie gehen gemeinsam auf Partys und später gemeinsam aufs College. Alle Jugendlichen haben wohlhabende und einflussreiche Eltern und so können Sie tun und lassen, was sie wollen...

Ich fragte mich, was diese Geschichte der Teenager mit Susan zu tun hat? Denn ab diesem Zeitpunkt wechselte sich die Geschichte immer wieder ab und wir erfahren mehr über Susan und die Teenager.

Nachdem Susan die psychiatrische Anstalt in Oakdale vorzeitig verlassen durfte, zieht Sie unter einem anderen Namen (Emma) in einen kleinen Ort in der Nähe von Manchester. Ihre ehemalige Zellengenossin Cassie wurde ihre beste Freundin und gemeinsam versuchen sie wieder Fuß in der Gesellschaft zu fassen. Dieses neue Leben ändert sich plötzlich, als Susan einen Umschlag vor ihrer Eingangstür findet - adressiert auf ihren wahren Namen und ohne Postzustellung. Schnell wird den beiden Frauen klar, dass jemand ihr Geheimnis kennt. Aber wer? Den nächsten Nackenschlag bekommt Susan in Form des Inhaltes des Briefes. Im inneren befindet sich ein Foto eines 4 jährigen Jungen und auf der Rückseite steht der Name ihres toten Sohnes - Dylan! Kann dies wirklich sein? Lebt ihr Sohn wirklich? Zu allem Übel und dem Schmerz beginnt Susan auf der Straße ihren toten Sohn an der Hand einer anderen Frau zu sehen. Ist sie verrückt, was geschieht mit ihr?

"Wie beschreibt man Arme, die sich immer leer anfühlen? Ein Herz, das wegen des Verlustes schmerzt? Augen, die an jeder Straßenecke tote Kinder sehen?"
Seite 23-24 eBook

Aufgewühlt durch das Foto ihres angeblich am Leben befindlichen Sohnes und der Tatsache, dass noch mehr "Hinweise" auftauchen, begibt sich Susan auf die Suche nach Ihrem Sohn. Unterstützt wird sie von Ihrer besten Freundin Cassie und dem Journalist Nick Whitely. Als Sie bei Ihren Recherchen auf immer mysteriösere Geheimnisse und Ungereimtheiten stoßen, lässt Susan der Gedanke nicht mehr los, dass nichts so ist, wie es ihr immer gesagt wurde...


"Der Teil von mir, der immer gezweifelt hat - dieser winzige Teil von mir muss die Wahrheit wissen. Ich muss in meine Vergangenheit zurückwaten, knietief in der Scheiße, um festzustellen, was darunter ist."
Seite 82-83 eBook

Jenny Blackhurst hat mit dieser Geschichte sehr an meiner Psyche gezogen, denn auch wenn ich mit jeder weiteren gelesenen Seite der Meinung war, ja genau so war es und das habe ich mir gedacht, überraschte Sie mich immer wieder auf ein Neues. So viele Wendungen, dass ich bis kurz vor Schluss nicht wusste, wie mir geschah und mit dem Schluss habe ich echt nicht gerechnet. So sollte ein Buch sein! Auch einige Charaktere, wie z. B. Nick oder Cassie blieben für mich undurchsichtig und gerade Nick habe ich nicht über den Weg getraut. Ob ich ihm unrecht tue, verrate ich euch nicht, denn das müsst ihr selbst lesen :)

Die Autorin konnte mich schon mit Ihren ersten Worten in den Bann von Susan ziehen, denn man fühlt regelrecht ihre Panik und Angst sowie Schuldgefühle hinsichtlich der Tat. Unterstützt wird dieses auch durch den Schreibstil in der Ich-Form von Susan. Dadurch war ich sehr nah an ihren Emotionen dran und konnte mich in sie hinein versetzen. Irgendwie tat sie mir leid und ich fieberte so gemeinsam mit ihr den Geschehnissen entgegen. Die Geschichte sowie der Schreibstil haben mich gefesselt und so gebe ich dem Buch 4 Nosinggläser.





Wer gerne Psychothriller liest, dem kann ich das Buch nur empfehlen!

Nochmals vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Wer von euch hat das Buch bereits gelesen?

Eure Meinung würde mich wie immer sehr interessieren.

Kommentare:

  1. Huhu!

    Ok, das muss ich unbedingt lesen, das klingt genau nach meinem Geschmack. :-)

    LG,
    Mikka

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    1. Hi Mikka,

      das freut mich zu hören und bin auf deine Meinung gespannt.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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