Dienstag, 23. Februar 2016

Rezension - Infernale von Sophie Jordan


Titel: Infernale
Autor: Sophie Jordan
Verlag: Loewe
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 384
ISBN: 978-3-7855-8167-4
Preis: 17,95 €

Übersetzt von: Ulrike Brauns

Quelle des Cover: Loewe



Die 17-jährige Davy hat fast alles, was man sich wünschen kann. Ein gutes und behütetes Elternhaus, besucht eine renommierte Schule, hat sogar schon Ihre Zulassung für ein College in New York in der Tasche und auch in der Liebe stehen die Sterne günstig. Schon im Kleinkindalter konnte Sie Klavier und andere Musikinstrumente ohne große Schwierigkeiten spielen und wurde schnell zum Wunderkind. Doch als ihr DNA-Test positiv auf das Mördergen (HTS) ausfällt, bricht für Davy eine Welt zusammen. Sie kann nicht glauben, dass ausgerechnet Sie eine Mörderin sein soll. Das Ganze kann sich nur um einen Irrtum handeln. Mit diesem Ergebnis ist ihr schön geplantes Leben zerstört. Sie muss ihre Schule verlassen und in eine staatliche Schule gehen. Noch hofft sie, dort ihren Abschluss machen zu können und ihr Leben doch noch einigermaßen normal weiterzuleben. Doch wird ihr dies gelingen? Oder setzt sich ihre DNA und das Mördergen durch, wie alle behaupten?



In den USA wurde durch den Wissenschaftler Dr. Wainwright ein Testverfahren entwickelt, mit dessen Hilfe man mittels DNA-Test das sogenannte Homicidal Tendency Syndrome, kurz HTS oder Mördergen, feststellen kann. Durch mehrfache Übergriffe und Amokläufe, erlässt die US-Regierung eine Pflicht zur Überprüfung auf dieses HTS-Gen, um weitere Eskalationen zu verhindern.

"Träger sind das Krebsgeschwür dieser großen Nation. Und wie bei jeder anderen Krankheit besteht die einzige Überlebensstrategie darin, es mit Gift zu bekämpfen..."
Seite 312

Die Geschichte spielt in einer nicht weit entfernten Zukunft, im Jahr 2021 in Texas/USA. Davy hat ein tolles Leben, doch dieses wurde mit einem einfachen DNA-Test zu Nichte gemacht. Denn sie wurde positiv auf das Mördergen HTS getestet. Innerhalb kürzester Zeit steht sie vor einem Scherbenhaufen. Ihre beste Freundin und auch Ihr Freund, Zac, brechen mit Ihr. Es bleibt ihr nur die Hoffnung über eine staatliche Schule ihren Abschluss zu machen und so gut es geht, ein normales und einfaches Leben zu führen. Doch wird ihr dies gelingen?

Mit dem ersten Tag auf der staatlichen Schule, muss Davy erkennen, dass dies mit einer Schule im herkömmlichen Sinn nichts mehr gemein hat. Sie wird zusammen mit fünf weiteren Trägern in einen Käfig eingesperrt und von dem Lehrer Dr. Brockman "bewacht". Davys Leben ist ein einziger Scherbenhaufen, auch ihre Eltern rücken immer weiter von ihr ab, was ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Sie ist noch immer die gleiche Person wie ein Tag zuvor, als ihnen das Testergebnis mitgeteilt wurde. Das Verhalten der Eltern kann ich einfach nicht für gut heißen! Nur ihr Bruder, Mitchell (21) und eigentlich das schwarze Schaf der Familie, steht Davy treu zur Seite und würde alles für sie tun. Dies hätte ich mir auch von ihren Eltern gewünscht. 

So steht Davy fast alleine da, ohne Freunde und Familie. Noch immer ist sie der Meinung, dass das Ergebnis nur ein Fehler sein kann.
"Auf mich trifft das bloß nicht zu. Ich bin aufgrund eines Fehlers hier. Ich bin nicht wie die Anderen."
Seite 94
Mit der Zeit freundet sich Davy, mit dem nerdigen Jungen Gil an. Gil fand ich sehr sympathisch und irgendwie konnte ich nicht glauben, dass er zu Gewalt neigt, aber vielleicht täusche ich mich auch in ihm. Auf jeden Fall bin gespannt, wie es mit ihm im 2. Band weitergeht.

Ebenfalls in ihrer "Klasse" ist der etwas ältere Sean. Zu Beginn empfand ich ihn als unnahbar und einen Kotzbrocken, doch im weiteren Verlauf der Geschichte erfahren wir, warum er sich so verhält. Nach außen hin gibt er sich als harter Kerl, mit weichem Herz, welches sehr schnell für Davy schlägt. Sobald Davy in Schwierigkeiten steckt, ist Sean zur Stelle und prügelt alles nieder. 

Davy selbst kam mir zu Beginn wie eine Prinzessin auf der Erbse vor. Als Wunderkind fliegt ihr scheinbar alles zu und Probleme kennt sie irgendwie nicht. Als sie das DNA-Ergebnis erfährt, ist sie zwar bestürzt, doch trotz dieses Nachricht, wollte sie ihr Leben einfach so fortführen. Auch dass sie sich nicht auf die veränderte Situation einstellte, fand ich etwas naiv. Dies ändert sich aber im weiteren Verlauf, als sie erkennt, dass ihr keine andere Wahl bleibt, als sich zur Wehr zu setzen. Aber immer drauf bedacht, ihrer Wut keinen freien Lauf zu lassen. 




Die Idee der Autorin Sophie Jordan und auch zum größten Teil die Umsetzung hat mir gut gefallen. Allerdings sind mir ein paar Fragen offen geblieben und ich hoffe, dass diese im 2. Band noch geklärt werden.

Ich fragte mich, ob es dieses HTS-Gen nur in den USA gibt? Was ist mit Europa, Asien oder Mexiko?

Die Geschichte an sich hat einen einnehmenden und flüssigen Schreibstil und ich hatte das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen. 

Eine spannende Geschichte mit ernstem Thema, welches mich etwas beschäftigt hat. Denn man kann diese "Verfolgung der HTS-Träger" auch auf unsere aktuelle politische Lage übertragen. 

Vielen Dank an den Loewe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



Kommentare:

  1. Huhu!

    Hihi, du fandest Sean anfangs einen "Kotzbrocken" ??? *g* Das liegt dann wahrscheinlich an deinem Geschlecht *lach*
    Ich hab ja "nur" 3.5 Sterne gegeben. Das Thema war mir zu sehr im Hintergrund und die Verhaltensweisen aller Figuren sehr, sehr klischeehaft. Außerdem fand ich es ein bisschen schade, dass man eigentlich alles schon im voraus wusste, also wie es sich entwickeln wird. Es gab wenig Überraschung. Erst ganz zum Schluss konnte es mich wirklich packen!
    Jetzt hoffe ich, dass es im 2. Band so weitergeht, wie am Ende vom ersten :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hi Alex,

      ja irgendwie war er zu Beginn nicht so mein Fall :D ob das am Geschlecht liegt, weiß ich nicht, das sollen andere beurteilen :)

      Ich habe deine Rezi gelesen und teile deine Meinung nicht ganz, da ich es schon recht gut ausgearbeitet fand und ich hoffe, das meine Fragen im 2. Band ausreichend beantwortet werden.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  2. Huhu, Uwe:)

    Ich bin jetzt noch gespannter auf das Buch, obwohl irgendwie in allen Rezensionen das mit den offenen Fragen "bemängelt" wird. Mal sehen, wie es mir gefallen wird, bald ist es fällig *lach*

    Ich wünsche dir einen schönen Abend und lasse liebe Grüße da,

    Claudia:)

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    1. Hi Claudia,

      das habe ich auch zum großen Teil festgestellt, aber ich denke, dass die Geschichte dir gefallen wird.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Uwe

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  3. Huhu Schätzelein <3

    jeah endlich ist sie on dein Rezension, die wirklich toll ist. Die Zitate zwischen deinen Abschnitten passen echt sehr gut :) Ich bin auch so ziemlich einer Meinung mit dir, abgesehen von Sean, den fand ich schon von Beginn an echt cool und mega interessant <3

    Ich bin auch so gespannt auf Band 2 :)

    Drück dich, Küsschen, Ally

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    1. Hi Ally-Maus <3,

      ich danke dir für deine lieben Worte und das wir bei Sean anderer Meinung sind, war/ist mir klar gewesen ;)

      Drück dich auch, Küsschen Uwe

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  4. Huhu Lieblings-Uwe <3,

    die offenen Fragen waren auch mein Problem, wie du ja weißt. Aber wir hoffen jetzt ganz fest einfach mal auf den zweiten Band :-)
    Ich fand Davy vor allen Dingen gegen Ende hin sehr naiv bzw. treudoof, da sie sich so von ihrem "Gen" beeinflussen lässt und alles darauf schiebt.
    Dafür mochte ich Sean schon von Anfang an super gerne.

    Liebste Grüße
    Sandra

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    1. Hi Lieblings-Sandra <3,

      als ich das Buch beendet hatte und im Kopf meine Rezi begann zu formen, wollte ich diesen Punkt erst noch rauslassen, aber ich konnte es irgendwie nicht, da ich es erwähnenswert finde. Als ich dann deine Rezi las, musste ich deshalb grinsen. Mit Davy gebe ich dir recht.

      Sean ist sein "Frauen Typ", den müsst ihr mögen :)

      Liebste Grüße und Küsschen, Uwe

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  5. Hallo Uwe,

    na das schaut ja nach einer interessanten Geschichte aus, auch wenn da so viele Fragen offen bleiben. Mit naiven Charakteren tue ich mir ja etwas schwer.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      schaue dir das Buch ruhig mal etwas genauer an und das naiv würde ich mal in " " setzen, da sie ihre heile Welt behalten wollte ...

      Liebe Grüße,
      Uwe

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