Donnerstag, 21. August 2014

Rezension - Westside Blvd. - Entführung in L.A. - Torsten Hoppe

Vor einiger Zeit erhielt ich eine E-Mailanfrage des Autors Torsten Hoppe. Er fragte mich, ob ich Lust hätte sein Debütroman WESTSIDE BLVD. - Entführung in L.A. zu lesen. Nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen hatte, nahm ich Kontakt zu Torsten auf und wir unterhielten uns kurz. Das Buch und der nette Kontakt haben meine Entscheidung leicht gemacht und so habe ich zugesagt. Nochmals danke für die Bereitstellung des Buches, lieber Torsten.

Eine Autorenvorstellung inklusive einem kleinen Interview findet Ihr am Ende des Beitrages.




Titel: Westside Blvd. - Entführung in L.A.
Autor: Torsten Hoppe
Verlag: neobooks Self-Publishing
erhältlich nur als eBook!
ISBN: 978-3847-6475-08
Seiten: 473 Preis: 2,99 €




Klappentext:

Die junge Schauspielerin Heather Simms wird in L.A. auf dem Weg nach Hause entführt. Während die Polizei verzweifelt versucht, Hinweise oder Spuren zu finden, verfolgt der Entführer seine ganz eigenen, ungewöhnlichen Pläne. Unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit stellt er Forderungen, doch Lieutenant Steve Delaney vom LAPD muss schnell feststellen, dass dieser Fall nach keinem gängigen Schema abläuft. Während die Polizei im Zuge der Ermittlungen zu unkonventionellen Mitteln greifen muss, spürt auch Heather bereits sehr bald, dass sie in den Händen eines unberechenbaren Psychopathen gelandet ist.
Sie sieht sich gezwungen, einen gefährlichen Kampf um ihr Leben zu führen.
Einen Kampf, für den ihr niemand ein fertig geschriebenes Drehbuch reichen kann und dessen Regeln sie erst erlernen muss...


Meinung:

Zu Beginn des Buches begleiten wir die junge Schauspielerin Heather Simms und lernen diese kennen. Die Geschichte wird aus Ihrer Sicht, also der Ich-Perspektive, erzählt. Sie ist 17 Jahre alt und rein zufällig zur Schauspielerei gekommen. Daher zieht Sie von Ihrer Heimatstadt San Diego in das große L.A., um dort in der TV Serie "Westside Blvd." mitzuspielen. Heather ist eine kleine Perfektionistin, selbstbewusst und ein nettes unkompliziertes Mädchen, das mit allen Menschen gut klar kommt und keine Feinde hat. Die Schauspielerei macht Ihr Spaß und sie steckt viel Herzblut in diese Sache. Bis zu diesem Abend, als Sie auf dem Nachhauseweg überfallen und entführt wird....  Der zweite wichtige Hauptprotagonist ist Steve Delaney. Er arbeitet als Lieutenant bei der Major Case Squad von Los Angeles und bekommt den Fall von Heather zugeteilt. Steve ist geschieden und hat eine kleine Tochter. In seinen über 20 Jahren als Polizist hat er schon viele Fälle bearbeitet und gelöst, aber dieser Fall wird eines seiner schwersten. Steve ist mit seinem Job "verheiratet" und füllt diesen mit Leben aus. Ich fand ihn sehr authentisch und sympathisch, kurz ich mochte ihn. Beide Hauptprotagonisten fand ich gut ausgearbeitet und gerade Heather zauberte mir mit Ihrer Art (während der Gefangenschaft) das eine oder andere Mal ein Lächeln auf die Lippen. Als Beispiel nennt Sie Ihren Entführer "Psycho Gary". Ein Name der wie die Faust aufs Auge passt :) Auch erhalten wir einen Einblick in die Gefühlswelt der Eltern von Heather. Ihre Mutter ist nahe an einem Nervenzusammenbruch und Ihr Vater wird in das perfide Spiel von Psycho Gary eingebunden. Denn Ihr Vater, John, soll ein Verbrecher sein und für seine Taten büßen. Der Entführer will Gerechtigkeit, aus diesem Grund hat er Heather entführt. Ein Nervenkrieg zwischen dem Entführer und der Polizei entbrennt. Denn Psycho Gary hinterlässt Steve Delaney kaum Anhaltspunkte, um den Aufenthaltsort von Heather zu finden.

Fazit:

Das Buch und die Geschichte haben mir gut gefallen. Sie ist flüssig geschrieben, der rote Faden war jederzeit erkennbar und klar strukturiert. Der Grund hinter der Entführung von Heather, also das Motiv des Entführers, war mal etwas Neues. Auch hat mir gefallen, dass die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Heather und Steve erzählt wurde. So konnte man die jeweilige Stimmungslage der Protagonisten miterleben. Auch der Humor - Heather - kommt in dieser Geschichte nicht zu kurz, ich aber nicht als störend empfand.

Ein gelungener Debütroman, den ich gerne weiterempfehle und ich bin gespannt, was Torsten noch zu bieten hat. Ich werde den Autor im Auge behalten. Und für den Preis von 2,99 € ist das Buch ein echtes Schnäppchen!


4,00/5,00 Sternen


Autor & Interview:

Torsten Hoppe wohnt in Dortmund und ist von Beruf Groß- und Außen- handelskaufmann, neben dem Schreiben von Büchern liest er selbst sehr gerne, mag Fußball, Musicals und Reisen. Wer mehr über Torsten Hoppe erfahren möchte, dem empfehle ich einen Blick auf seine Homepage.

U-L: Wie bist du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst du?

T. H.: Ich habe schon als Jugendlicher gerne gelesen und war fasziniert von diesen Geschichten, die mich in ihren Bann gezogen haben. Mit ca. 20 Jahren reifte in mir der Wunsch, selbst einen Roman zu schreiben. Da ich zu jenem Zeitpunkt Stephen King verschlungen hatte, sollte mein Roman natürlich auch in diesem Genre spielen. Ich entwickelte eine Grundidee und machte mich relativ naiv und unbefangen an die Arbeit. Allerdings mußte ich sehr schnell feststellen, dass meine Geschichte eine relativ große Eigendynamik annahm. Personen und Handlungen entwickelten sich im Laufe der Handlung und passten schließlich gar nicht mehr in das Gerüst, das ich eigentlich vorgesehen hatte. Ich bastelte also fleißig an Änderungen im Handlungsablauf, an den Charakteren und am Gesamtkonzept - wobei das Wort "Konzept" zu jener Zeit eher ein schwammiger Versuch war, ein Ziel zu definieren und zu erreichen. Ich habe mich aber tapfer durch diese Widrigkeiten durchgekämpft und beendete meinen Roman nach einigen Jahren (längere Zeiten, in denen ich überhaupt nicht daran arbeitete eingeschlossen). Allerdings würde ich ihn so nie veröffentlichen, vielleicht werde ich ihn irgendwann einmal komplett überarbeiten ... mal schauen. Dies alles lief aber definitiv unter dem Kapitel "Lehrgeld bezahlt". Doch trotz allem war es eine lehrreiche Erfahrung und ich hatte den Traum, ein eigenes Buch zu veröffentlichen noch lange nicht aufgegeben.

U-L: Wie entstand die Idee zum Buch WESTSIDE BLVD.?

T. H.: Mein Lesegeschmack hatte sich im Laufe der Zeit verändert und ich war vom Horrorgenre zum Thriller gewechselt. Besonders gefielen mir damals (und auch heute noch) Thriller im amerikanischen Stil. Es gibt zwar auch ganz tolle Regionalkrimis, aber irgendwie kann ich mich mit einem Lieutenant Delaney vom Los Angeles Police Department besser anfreunden, als mit einem Kommissar Berg, der in Köln-Porz ermittelt. Das soll jetzt aber bitte nicht als Kritik an diesen Romanen oder den Autoren verstanden werden, es geht hierbei nur um meinen persönlichen Geschmack. Wenn man einen Roman schreibt, muß man sich mit den Gegebenheiten wohlfühlen und das war für mich der "amerikanische Thriller". Die Idee zum Buch entstand durch den Serienkult, der sich mehr und mehr in unserer Fernsehwelt ausbreitete. Ich wollte eine spannende Geschichte entwickeln, die in der Welt des Schauspiels verankert ist. Als Location wurde relativ schnell L.A. auserkoren, der großen Spielwiese von Stars und Sternchen ... Diesmal ging ich das Projekt aber viel arbeitsintensiver an. Ich entwickelte ein komplettes Storyboard und detaillierte Charaktere, was mir die Arbeit beim Schreiben selber deutlich vereinfachte (man ist halt lernfähig ...). Das fertige Manuskript schmorte aber anschließend einige Jahre lang in der Schublade, da ich mich sehr schwer damit tat, mein Werk an diverse Verlage zu schicken. Die Erfolgsaussichten erschienen mir eigentlich gleich Null. Dann revolutionierten ebooks den Büchermarkt und Amazon ermöglichte es Schriftstellern, ihre Werke selbst zu veröffentlichen. Das war für mich der große Ansporn, um mein Werk in die große, weite Bücherwelt zu schubsen. Das Manuskript wurde noch einmal komplett überarbeitet (man findet immer etwas, was man abändert; auch beim gefühlt 100sten Korrekturlesen ...) und hochgeladen. Und seitdem beobachte ich gespannt, wie ein kleines Kind, welche Reaktionen mein Erstlingswerk hervorruft.

U-L: Auf deiner Homepage schreibst du, dass du selbst gerne liest. Wer sind deine Lieblingsautoren?

T.H.: Jefferey Deaver, James Patterson, Simon Beckett, Chris Carter, Cody McFadyen, Michael Robotham, John Grisham (allerdings mehr seine älteren Bücher).

U-L: Schreibst du gerade an einem neuen Buch und kannst du uns vielleicht schon etwas darüber verraten?

T. H.: Oh ja, ich kann Lt. Delaney ja noch nicht in Rente schicken. Bei meinem zweiten Buch geht es um das recht sensible Thema "Selbstjustiz". Der Arbeitstitel lautet dementsprechend aus "Selbstjustiz in L.A.". Wie schon bei "Westside Blvd." wird die Handlung auch hier wieder aus der Sicht von zwei Personen geschildert: Steve Delaney als ermittelnder LAPD-Vertreter und Chris Ellroy, dem nach einem Schicksalsschlag von Gesetzesseite her keine Gerechtigkeit widerfährt. Er kämpft mit seinen Rachegedanken und seinen moralischen und menschlichen Prinzipien und verliert sich in diesem Geflecht ein wenig selbst ... Aber bis zur Veröffentlichung habe ich noch eine Menge Arbeit vor mir ....

U-L: Wie wichtig sind dir Rezensionen und wie gehst du mit Kritik zu deinen Büchern um?

T. H.: Rezensionen und die Meinungen fremder Menschen sind sehr wichtig für mich. Auch wenn sie immer nur eine subjektive, individuelle Aussage darstellen, helfen sie mir einzuschätzen, wie die Leser auf meinen Roman reagieren. Die positiven Rückmeldungen, die man von Freunden oder der Familie bekommt, sind ja meistens nicht ganz so aussagefähig, da diese generell wohlwollender ausfallen ... Wenn Menschen, die ich nicht persönlich kenne, schreiben, dass ich ihnen spannende Stunden verschafft habe und dass sie meinen Roman gut fanden, dann ist das neue Motivation für mich, mit dem Schreiben weiterzumachen. Allerdings muß ich zugeben, dass auch ich erst lernen mußte, mit Kritik umzugehen. Man hat viel Herzblut in sein Werk gelegt und hofft natürlich immer auf Anerkennung. Konstruktive Kritik ist natürlich voll in Ordnung, zumal ich ja auch nicht den Geschmack von jedem Leser treffen kann. Und konstruktive Kritik kann mir schließlich nur helfen, Dinge zu verbessern. Schade finde ich es, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Roman z. B. schlecht beurteilt wird, weil ich mich als Mann erdreiste, einen Teil der Handlung aus der Sicht einer Frau zu schreiben. Aber das sind Dinge, mit denen umzugehen ich sicher auch noch lernen werde ...

Ich bedanke mich nochmals für die Bereitstellung deines Buches und der Beantwortung meiner Fragen und ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und bin gespannt, was wir noch alles von Dir zu lesen bekommen.

Kommentare:

  1. Hallo Uwe,

    ganz herzlichen Dank für deine lieben Worte. Ich freue mich, dass dir mein Buch gefallen hat und ich dir ein paar spannende Stunden bereiten konnte.
    Unser kleines Interview hat mir sehr viel Spaß gemacht.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog und nochmals danke, dass du meinem Erstlingswerk eine Chance gegeben hast.

    Liebe Grüße
    Torsten

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    1. Danke für deine lieben Worte, es war mir eine Freude, dein Buch zu lesen und unseren netten Kontakt!

      Liebe Grüße
      Uwe

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  2. Huhu Uwe, Ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe

    Viele liebe Grüße
    Nelly von Nellys Leseecke

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    1. Hallo Nelly,

      danke für´s Verlinken meiner Rezension auf deinem Blog und natürlich habe ich nichts dagegen ;)

      Liebe Grüße,
      Uwe

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  3. Hallo Uwe,

    das Buch habe ich auch schon vor langer Zeit gelesen und fand das Debüt des Autors ebenfalls sehr gelungen. Sehr schön ist übrigens das Interview anbei. :)

    Dein Buchgeschmack insgesamt gefällt mir gut, sodass ich gern zu deinen Followern werde. ^^

    GLG Steffi

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    1. Hallo Steffi,

      danke für´s folgen und deine lieben Worte. Mittlerweile folge ich dir ebenfalls :)

      Ja, das Buch von Torsten hat mir gut gefallen und ich weiß, dass er bereits an einem 2. Buch schreibt.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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    2. Oh, das wusste ich noch nicht! Da bin ich aber mal gespannt, was er dieses Mal zaubert und ob es wieder ein Thriller ist.

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    3. ich fiebere ebenfalls seinem neuen Buch entgegen, aber leider wird das noch etwas dauern.

      Ich halte dich gerne auf dem Laufenden.

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